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Hamburg & Schleswig-HolsteinNackenschlag vor Derby: St. Pauli hadert mit spätem Elfmeter

18.01.2026, 09:58 Uhr
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Der FC St. Pauli holt bei Borussia Dortmund ein 0:2 auf, verliert aber durch einen umstrittenen Elfmeter. Trainer Blessin schimpft gleich doppelt – auch wegen einer anderen Szene.

Dortmund (dpa/lno) - Dortmunds Trainer Niko Kovac hatte Mitleid mit seinem Kollegen vom FC St. Pauli. "Ich bin heute der Glückliche, er ist der Traurige. Wäre ich in seiner Situation, hätte ich es genauso gesehen", sagte Kovac über jenen Elfmeter-Pfiff, der tief in der Nachspielzeit zur bitteren 2:3 (0:1)-Niederlage der Hamburger beim BVB führte.

Für St. Paulis Trainer Alexander Blessin war dieser erneute Rückschlag nach den späten Gegentoren in Wolfsburg (1:2) und München (1:3) nur schwer zu ertragen. "Extrem bitter", stöhnte der Gäste-Coach und schimpfte insbesondere auf Schiedsrichter Harm Osmers. "Da soll mir mal einer sagen, ob das jetzt auf der Linie war oder nicht. Ich habe keine Kameraeinstellung gesehen, wo man das sicher sehen kann", motzte Blessin.

Wahl: "Tut extrem weh"

Ein von Osmers gepfiffener Freistoß für Dortmund nach Foul des eingewechselten Ricky-Jade Jones an BVB-Angreifer Maximilian Beier war vom Videoschiedsrichter auf die Strafraumgrenze gelegt und damit in einen Strafstoß umgewandelt worden. BVB-Kapitän Emre Can erzielte in der fünften Minute der Nachspielzeit den späten und glücklichen Siegtreffer.

"Zum zweiten Mal in vier Tagen so einen späten Nackenschlag zu bekommen, tut extrem weh", sagte Abwehrspieler Hauke Wahl. Erst am Mittwoch war der Wolfsburger Siegtreffer gegen den FC St. Pauli auch erst in der 88. Minute gefallen.

"Ricky tut mir extrem leid, weil er sich Vorwürfe macht. Den machen wir ihm nicht, es ist eine 50:50-Situation", sagte Wahl über seinen Teamkollegen. "Ist er eher am Ball, dann ist es ein Foul für uns. Es sind Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. So ist Fußball und das haben wir heute gesehen."

Wenige Tage vor dem Hamburger Stadtderby gegen den HSV (Freitag, 20.30 Uhr/Sky) ist St. Pauli durch diese Niederlage auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht - auch wenn die Kiezkicker ein Spiel weniger absolviert haben als die beiden Konkurrenten Mainz 05 und 1. FC Heidenheim. In Dortmund lagen sie durch Tore von Julian Brandt (45.+1) und Karim Adeyemi (54.) bereits mit 0:2 zurück, ehe James Sands (62.) und Jones (71.) in kurzer Zeit ausgeglichen.

Schlotterbeck-Einsteigen nur mit Gelb geahndet

Zu dem Ärger über den späten Elfmeter kam aus Hamburger Sicht noch hinzu, dass die Dortmunder nach Meinung von Blessin schon früh nur noch zu zehnt hätten spielen müssen. Denn Nico Schlotterbeck hatte St. Paulis Arkadiusz Pyrka in der 15. Minute sehr rüde gefoult.

"Da ist alles gegeben: Er spielt den Ball nicht, knöchelhoch, im Normalfall ist der Fuß dann auch ab. Und dann sprechen wir auch darüber, dass es nach einer Viertelstunde eine Rote Karte ist", schimpfte Blessin.

Der HSV kommt ihm als Gegner jetzt gerade recht. "Jetzt müssen wir uns schütteln", sagte der St.-Pauli-Coach. "Natürlich spiele ich am Freitag jetzt lieber gleich gegen HSV als gegen eine andere Mannschaft. Ab morgen geht der Fokus aufs Derby."

Sein Aushilfskapitän Eric Smith sieht das genauso: "Wir befinden uns in einer schwierigen Situation und versuchen als Team, diese zu bewältigen. Jetzt liegt das wichtigste Spiel der Saison vor uns. Es ist für uns eine große Chance, um zurückzukommen", sagte der Schwede.

Quelle: dpa

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