Hamburg & Schleswig-HolsteinNeue Technik kann Tourismusbranche helfen

Digitale Bestellsysteme könnten laut TA.SH-Chef Borgmann Personalmangel lindern. In Kiel gibt es sie schon, aber längst nicht überall. Was Hoteliers und Gastronomen sonst noch helfen könnte.
Kiel (dpa/lno) - Gegen steigende Kosten und Personalmangel im Tourismus rät die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH) auch zu technischen Innovationen. Bestellungen im Restaurant über ein Tablet, wie es in skandinavischen Ländern oft üblich sei, könnten schon eine deutliche Entlastung bringen – sowohl für das Personal als auch bei der Wartezeit der Gäste, sagte Geschäftsführer Stefan Borgmann der dpa. "Das gibt es auch in Kiel schon. Aber noch ist dies nicht in allen Orten in Schleswig-Holstein der Fall." Wenn mehr Gastronomen solche technischen Lösungen nutzen, reduziert sich das Problem.
Längere Saison kann Unternehmen helfen
Ein weiteres Mittel gegen Arbeitskräftemangel kann nach Borgmanns Überzeugung auch in einer stärkeren Nachfrage in der Nebensaison liegen. "Damit die Betriebe ganzjährig ausgelastet sind." Wenn ein Restaurant auch im Februar geöffnet sei, könnten nicht nur Saisonkräfte, sondern auch Vollzeitkräfte beschäftigt werden. "Dies wäre ein Hebel." Die Unternehmen wären nicht darauf angewiesen, in den Sommermonaten den ganzen Umsatz für das ganze Jahr zu verdienen. Wenn die Fixkosten verteilt werden können, wirke sich das dämpfend auf die Preise aus.
Entwicklung auch in bisher wenig entwickelten Orten möglich
Als Beispiel für eine positive Entwicklung nannte Borgmann den nordfriesischen Hafenort Dagebüll. Wo früher die Menschen nur auf die Fähren zu den Inseln und Halligen stiegen, habe sich ein Ferienort mit Wohnungen, Einkaufsstraße und Lokalen entwickelt.
Manchen Gästen seien die Inseln inzwischen zu teuer und sie wollten nicht sich von den Fähren nicht abhängig machen. Sie übernachten lieber in Dagebüll, könnten aber für einen Tag nach Föhr oder Amrum fahren und gleichzeitig auch Flensburg, Dänemark und andere Ziele erleben. "Wenn man entsprechende Angebote schafft, kann man auch solche Orte beleben. Man muss nur mutige, zu Investitionen bereite Menschen haben, die auch gelassen werden", sagte Borgmann.