Hamburg & Schleswig-HolsteinPrien: Corona-Aufholprogramm auch 2023 nötig

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat sich erneut für eine Fortführung des Corona-Aufholprogramms auch im kommenden Jahr ausgesprochen und weitere finanzielle Unterstützung vom Bund verlangt. "Die Auswirkungen der Pandemie mit den langen Schulschließungen lassen sich nicht innerhalb von zwei Jahren ausgleichen", sagte die derzeitige Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) am Montag in Kiel.
Der Bund hatte das Aufholprogramm 2021 auf den Weg gebracht. Er stellte den Ländern darüber rund eine Milliarde Euro für Lernförderprogramme zur Verfügung und eine weitere Milliarde Euro für die Aufstockung sozialer Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien. Das Programm soll dabei helfen, die Folgen der Schulschließungen und des eingeschränkten Betriebs während der Corona-Pandemie abzufedern. Es sei gut und richtig, dass der Bund die Mittel zur Verfügung gestellt hat, die durch die Länder noch aufgestockt worden seien, sagte Prien. "Aber jetzt dürfen wir nicht nachlassen. Es ist wichtig, dass das Aufholprogramm auch 2023 weitergeführt wird."
Nach Angaben Priens benötigen die Länder noch einmal die Unterstützung des Bundes in Höhe von mindestens 500 Millionen Euro für das Jahr 2023. Im Jahr darauf muss ihrer Ansicht nach dann das Startchancenprogramm direkt im Anschluss greifen. "Zudem ist der gezielte Einsatz dieser Mittel wichtig, zum Beispiel in den Jahrgängen, in denen ein Schulartwechsel bevorsteht und in den Kernfächern."
Die Kultusminister der Länder haben bereits mehrfach gefordert, das Aufholprogramm zu verlängern und um weitere 500 Millionen Euro aufzustocken. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger reagierte Ende Juli zurückhaltend.