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Hamburg & Schleswig-HolsteinProteste gegen AfD-Chef Chrupalla in Hamburg

26.01.2025, 14:58 Uhr
Waehrend-draussen-gegen-die-AfD-protestiert-wird-spricht-Chrupalla-beim-offiziellen-Wahlkampfauftakt-in-der-Friedrich-Ebert-Halle-in-Hamburg-Heimfeld
(Foto: Georg Wendt/dpa)

Ein Besuch der AfD-Kanzlerkandidatin Weidel in Hamburger Rathaus sorgte bereits für Proteste. Nun kommt der Co-Vorsitzende Chrupalla. Diesmal bleibt der Protest nicht friedlich.

Hamburg (dpa/lno) - Bei Protesten gegen eine AfD-Wahlkampfveranstaltung mit dem Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla ist es in Hamburg zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Es habe Leichtverletzte gegeben, mehrere Personen seien in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Polizeisprecher. In der Spitze waren den Angaben zufolge bei drei Protestkundgebungen insgesamt 2.900 Menschen gegen die AfD auf die Straße gegangen.

Als Demonstranten versuchten, Teilnehmern den Zugang zur Friedrich-Ebert-Halle im Stadtteil Heimfeld zu verwehren, ging die Polizei mit Pfefferspray gegen die Blockierer vor. Auch ein Wasserwerfer kam mehrfach zum Einsatz. Mehrere Beamte und Demonstranten hätten Augenreizungen erlitten, sagte ein Sprecher. Die Polizisten seien vor Ort versorgt worden und hätten ihren Dienst fortsetzen können. Ob es auch Festnahmen gegeben habe, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Polizei sichert Chrupalla-Auftritt mit Großeinsatz

Schon Stunden vor Beginn der Veranstaltung zum AfD-Wahlkampfauftakt hatten hunderte Demonstranten im Umfeld der Halle gegen Rechtsruck und Rassismus demonstriert. Auf Plakaten war "Nie wieder ist jetzt" oder "Wir sind die Brandmauer" zu lesen. "Fuck AfD" stand in großen Lettern auf einer Mauer des Friedrich-Ebert-Gymnasiums, dem die Halle als Aula dient. "Unsere Schule ist bunt" stand auf einem Banner.

Die Polizei hatte den Veranstaltungsort weiträumig abgesperrt und war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Chrupalla: Wer Brandmauern errichtet wird dahinter verbrennen

Bei seiner Rede griff Chrupalla vor 650 Zuhörerinnen und Zuhörern die Migrationspolitik der Bundesregierung scharf an. Das von der Union geforderte Maßnahmenpaket, das unter anderem schärfere Grenzkontrollen und die Abweisung von Flüchtlingen ohne gültige Papiere vorsieht, nannte er "ein reines wahlkampftaktisches Manöver". Einen Politikwechsel gebe es nur mit der AfD.

Chrupalla warnte Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz davor, eine Zusammenarbeit mit der AfD weiter abzulehnen, da "diejenigen, die Brandmauern bauen wollen, hinter diesen Mauern verbrennen werden".

Proteste schon bei Besuch von Alice Weidel

Vor gut einer Woche hatte bereits ein Auftritt der Co-Bundesvorsitzenden und Kanzlerkandidaten der AfD, Alice Weidel, im Hamburger Rathaus für Proteste gesorgt. Gut 16.000 Menschen gingen nach Polizeiangaben dagegen auf die Straße. Damals waren die Demonstrationen weitgehend friedlich verlaufen.

Quelle: dpa

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