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Hamburg & Schleswig-HolsteinSozialministerin Touré will Ministerpräsidentin werden

27.05.2026, 16:38 Uhr
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Wie erwartet bewirbt sich Aminata Touré um die Spitzenkandidatur der Grünen für die Landtagswahl 2027. Warum sie sich Zeit für die Entscheidung genommen hat – und wer sie bereits unterstützt.

Berlin/Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré will zur Landtagswahl im April 2027 alleinige Spitzenkandidatin der Grünen sein. "Ich will, dass Schleswig-Holstein weiterhin gut regiert wird – mit einer Politik, die zuhört, Verantwortung übernimmt und konkrete Antworten auf die alltäglichen Sorgen der Menschen gibt", kündigte die 33-Jährige nun an. Eine Überraschung ist ihre Kandidatur indes nicht.

"Ich bin entschlossen: Ich möchte Verantwortung übernehmen", sagte Touré. "Wir wollen verteidigen, was gut ist in diesem Land und erneuern, was besser werden muss." Ihr Wahlziel seien mindestens die knapp 20 Prozent, die laut neuesten Umfragen derzeit für ihre Partei stimmen würden. "Aber ich will auch diejenigen erreichen, die sich von demokratischen Parteien abgewandt haben." Gerade jetzt brauche es Hoffnung, Entschlossenheit und Mut, für eine lebenswerte Zukunft zu kämpfen.

Entscheidung im Juni

Nach Angaben der Grünen soll der Landesparteitag 20. Juni Touré nominieren. Schleswig-Holstein wählt am 18. April 2027 einen neuen Landtag. Ihre Landesliste wollen die Grünen Ende November wählen.

Der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte Touré, "Wenn Sie fragen, ob ich mir zutraue, Ministerpräsidentin zu werden, sage ich: ganz klar ja." Viele Parteien haben ihr Spitzenpersonal bereits festgelegt. "Ich habe lange überlegt." Als ihre Kollegen von SPD und CDU ihre Kandidaturen verkündet haben, habe sie gerade den Mutterschutz beendet. Sie habe sich Zeit gelassen, um zu schauen: "Kriege ich das hin als Ministerin und Mutter? Das Wichtigste für mich ist, dass es meiner Tochter gut geht." Daher habe sie sich erst nach diesem Test für die Kandidatur entschieden.

Parteikollegen unterstützen Tourés Kandidatur

Unterstützung erhält Touré, die seit 2022 die erste schwarze Landesministerin der Bundesrepublik ist, unter anderem vom schleswig-holsteinischen Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne). Er sei gerne im Team Touré, "weil ich Bock auf einen ehrlichen, starken und mutigen Wahlkampf habe", schreibt der Grünen-Politiker auf Instagram. "Ich unterstütze ihre Kandidatur."

Die Landesvorsitzende Lydia Rudow betonte, Touré präge die Landespolitik seit 2017 mit. Sie vereine große Leidenschaft für Grünen-Politik mit Regierungserfahrung. Ihr Co-Vorsitzender Gazi Freitag betonte, die Ministerin stehe für Haltung, Verlässlichkeit und den Mut zu klaren Entscheidungen. "Sie hört zu, entscheidet und übernimmt Verantwortung – nicht erst im Wahlkampf, sondern seit Jahren in Regierung und Parlament."

Quelle: dpa

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