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Hamburg & Schleswig-HolsteinVereinssport bekommt neun Millionen Euro Energiezuschüsse

15.11.2022, 14:26 Uhr

Hamburgs Sportvereine haben mehr als 500.000 Mitglieder und mussten schon während der Corona-Pandemie bei geschlossenen Sporthallen einiges aushalten. Nun drohen wegen der Energiepreise neue Probleme - den will die Stadt nun zumindest etwas mildern.

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Sportvereine mit ihren mehr als 500.000 Mitgliedern können angesichts massiv gestiegener Strom- und Gaspreise mit zusätzlichen städtischen Hilfen in Höhe von neun Millionen Euro rechnen. Entsprechende Anträge können voraussichtlich vom 6. Dezember an rückwirkend zum 1. Oktober beim Hamburger Sportbund (HSB) gestellt werden, wie Sportsenator Andy Grote (SPD) am Dienstag sagte. Die Höhe des Förderbetrags, der nicht zurückgezahlt werden muss, richtet sich den Angaben zufolge nach Art der Anlage, der Energieart und der Preissteigerung. Das Geld stamme aus dem mit 125 Millionen Euro ausgestatteten Notfallfonds der Stadt.

Konkret könnten etwa für eine Tennishalle bei einer Strompreissteigerung um 200 Prozent bis zu 14.500 Euro ausgezahlt werden, bei einer Sporthalle mit einer Gaspreissteigerung von mehr als 100 Prozent wären es 6800 Euro. Um Anträge stellen zu können, muss den Angaben zufolge eine Preissteigerung um mindestens 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nachgewiesen werden. Die Hilfe werde zusätzlich zu den Bundeshilfen ausgezahlt.

Den HSB hätten bereits zahlreiche Hilfeersuchen erreicht, sagte Vorstand Daniel Knoblich. Knapp 40 Prozent oder 330 der Mitgliedsorganisationen im Sportbund hätten eigene Anlagen, von denen 873 Strom und 714 Gas benötigten. Der Bedarf liege dabei bei bis zu 16,5 Millionen beziehungsweise rund 50 Millionen Kilowattstunden.

Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) sagte, Mindereinnahmen oder Finanzierungsbeiträge der Stadt zu den Entlastungspaketen des Bundes schlügen bis 2027 mit insgesamt 3,6 Milliarden Euro zu Buche. Dem stünden lediglich Entlastungen durch den Bund in Höhe von rund 360 Millionen gegenüber. "Das ist schon ein ganz schön heftiges Ungleichgewicht."

Dressel betonte, die Hansestadt könne dies aufgrund ihrer Finanzkraft stemmen und zusätzlich sogar noch einen eigenen Notfallfonds auflegen. Allerdings würden die Spielräume für andere Dinge geringer. Sorge mache er sich um ärmere Bundesländer wie das Saarland oder Bremen. "Für andere Länder ist es sehr schwierig, damit umzugehen."

Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft begrüßte das Hilfspaket. "Neun Millionen Euro reichen allerdings bei Weitem nicht aus." Gerade für kleinere Vereine stelle dieses Hilfspaket nur einen Tropfen auf den heißen Stein dar. Da müsse mehr getan werden. Die AfD sprach mit Blick auf das Neun-Millionen-Hilfspaket von einem guten Anfang, "wenn die Vereine damit zufrieden sind". FDP-Landesvize Katarina Blume sagte: "Es ist wichtig, dass die Hilfen schnell bewilligt und unbürokratisch ausgezahlt werden."

Quelle: dpa

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