Hamburg & Schleswig-HolsteinVon Beust warnt: CDU droht Spaltung bei AfD-Koalition

Hamburgs Ex-Bürgermeister von Beust warnt: Eine CDU-Koalition mit der AfD könnte 30 Prozent der Mitglieder kosten. Warum er so deutliche Worte findet – und was seine eigene Erfahrung damit zu tun hat.
Hamburg (dpa/lno) - Eine Koalition der CDU mit der AfD nach den Landtagswahlen im Osten würde die Partei nach Ansicht von Hamburgs früherem Bürgermeister Ole von Beust (CDU) schwer beschädigen. "Wenn in den ostdeutschen Bundesländern nach den Wahlen jemand aus der CDU auf die Idee käme, mit der AfD zu koalieren, würde das den Laden auseinanderreißen", sagte er dem "Spiegel". Er schätze, dass dann mindestens 30 Prozent der CDU-Mitglieder weg wären.
Beust habe in Hamburg zwischen 2001 und 2003 selbst mit Rechtspopulisten regiert. Die damalige Partei Rechtsstaatlicher Offensive von Ronald Schill sei aber schwer vergleichbar mit der heutigen AfD, sagte Beust: Das seien keine Nazis gewesen. Aber "mit der AfD darf es keine Koalitionen geben, keine Abkommen, nicht mal Absprachen". Eher würden die CDU-Mitglieder im Osten eine Koalition mit der Linkspartei tolerieren: "Zähneknirschend, ja. Alle demokratischen Parteien, auch die CDU, müssen bis an die Grenze des für sie Zumutbaren gehen, um die AfD zu verhindern."
In Deutschland stehen in diesem Jahr insgesamt fünf Landtagswahlen an, darunter am 6. September in Sachsen-Anhalt und am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Berlin. In Sachsen, Thüringen und Brandenburg wird erst 2029 wieder gewählt.