Hamburg & Schleswig-HolsteinVor 40 Jahren: "Cats" macht Hamburg zur Musical-Metropole

Hamburg ist schon lange bekannt für die vielen Musical-Angebote. Der Dauerbrenner "König der Löwen" im Hafen läuft seit 25 Jahren. Und die Musicals bringen nicht nur den Theatern wichtige Einnahmen.
Hamburg (dpa/lno) - Hamburg gilt schon lange als Musical-Stadt. Mindestens vier Musik-Theaterstücke laufen meist zeitgleich in der Hansestadt. Nun jährt sich ein Ereignis, das den Beginn dieser musikalischen Entwicklung an der Elbe markiert: Das Musical "Cats" von Andrew Lloyd Webber ist fast genau vor 40 Jahren in Hamburg das erste Mal aufgeführt worden. Am 18. April 1986 feierte "Cats" in Hamburg seine Deutschlandpremiere, wie Stage Entertainment mitteilte. 14 Jahre lief das Stück am Ende in Hamburg.
Musical-Gäste bringen mehr als eine Milliarde Euro in die Stadt
Seitdem sind die Musicals aus der Hansestadt nicht mehr wegzudenken. Ob "Phantom der Oper", "Mamma Mia!", "Wicked", "Hamilton", "Die Eiskönigin" oder "& Julia" - die Musicals bescheren der Stadt jedes Jahr gut zwei Millionen Besucherinnen und Besucher. Und die bringen ihr Geld auch zu den Hotels und in die Geschäfte der Stadt.
2022 waren das einer von Stage in Auftrag gegebenen Befragung zufolge mehr als eine Milliarde Euro. Musical-Touristinnen und -Touristen bleiben demnach durchschnittlich fast drei Tage lang in Hamburg.
New York, London, Hamburg
Die Stadt habe sich in den vergangenen 40 Jahren nach New York und London zu einer der bedeutendsten Musicalmetropolen der Welt entwickelt, wie Michael Otremba, Geschäftsführer von Hamburg Tourismus, dazu der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Für Hamburg hat diese Branche deshalb eine herausragende kulturelle und touristische Relevanz. Sie schärft das Profil der Stadt als Kulturmetropole, zieht jährlich ein Millionenpublikum an und entfaltet spürbare Wirkung für Hotels, Gastronomie und viele weitere Bereiche der Freizeitwirtschaft."
Positiven Einfluss hat die Liebe der Deutschen zu Musicals auch auf die Ausbildung in der Branche selbst. Stage Entertainment zufolge gibt es drei Musikhochschulen und zahlreiche Musicalschulen, die Musical als Studiengang oder Ausbildung anbieten. Und seit 2013 gibt es auch den Branchenverband Deutsche Musical Akademie, der die Experten und Macher des Theatergenres miteinander vernetzen soll. Der Verband engagiert sich nach eigenen Angaben zudem für die kulturelle und gesellschaftliche Anerkennung des Musicals im deutschsprachigen Raum.
"Der König der Löwen" brüllt seit 25 Jahren in Hamburg
Von "Cats" bis zu "Zurück in die Zukunft" - Uschi Neuss, Geschäftsführerin Stage Entertainment Deutschland, weiß, warum dieses Format so gut bei den Menschen ankommt. "Was vor 40 Jahren begann, hat sich zu einem Unterhaltungsformat entwickelt, das alle Menschen begeistern kann - weil das Musical sich keinen Grenzen unterwirft, für jeden Geschmack etwas bereithält und weil es Bekanntes neben Neues stellt."
Ein gutes Beispiel dafür sei das Disney-Musical "Der König der Löwen". Das Stück werde seit 25 Jahren in Hamburg gespielt und habe bereits mehr als 16 Millionen Besuchende angelockt.
Stage hat Pläne für fünfte große Spielstätte in Hamburg
Aktuell laufen in der Hansestadt zudem in den Stage-Theatern die Musicals "MJ" über das Leben von Michael Jackson, "Zurück in die Zukunft" und "Tarzan". Im Dezember soll "Der Teufel trägt Prada" Deutschlandpremiere feiern. Aktuell verfolgt Stage Entertainment eigenen Angaben zufolge zudem Pläne für eine weitere große Spielstätte in Hamburg.
Bei Stage Entertainment sind rund 1.400 Menschen bundesweit beschäftigt. Das Unternehmen hat acht Theater in Hamburg, Berlin und Stuttgart. Dort werden jährlich rund 3,5 Millionen Gäste gezählt.