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Hamburg & Schleswig-Holstein Weihnachtsmärkte geöffnet - 2G-Regel in Innenräumen

Das Lübecker Rathaus spiegelt sich in den Scheiben eines Verkaufsstands für Weihnachtsdeko. Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild

(Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild)

Für Ungeimpfte sind im Norden Freizeitveranstaltungen in Innenräumen nun tabu: Landesweit gilt die 2G-Regel. Das betrifft auch Weihnachtsmärkte, die jetzt geöffnet haben. Anders sind die Vorschriften im beruflichen Kontext.

Kiel (dpa/lno) - Viele tragen in der Kieler Fußgängerzone eine Maske an diesem Montag, aber durchaus nicht alle. Die Maskenpflicht ist zur Vorweihnachtszeit in schleswig-holsteinische Innenstädte zurückgekehrt - parallel zum Start der Weihnachtsmärkte, die nach der Corona-Zwangspause des Vorjahres immerhin öffnen durften. Dies geschah angesichts der stark gestiegenen Infektionszahlen aber unter besonderen Bedingungen. Da seit Montag landesweit für drinnen die 2G-Bestimmungen (geimpft, genesen) gelten, dürfen Ungeimpfte nicht mehr zu Freizeitveranstaltungen Innenräume betreten, also auch keine geschlossenen Buden auf Weihnachtsmärkten.

Während Lübeck und Neumünster die 2G-Regel auf die Weihnachtsmärkte insgesamt ausgedehnt haben, sind in Kiel die Außenbereiche davon ausgenommen. Mittags waren die Weihnachtsmärkte noch ziemlich verhalten besucht, aber das sollte sich bis in den Abend hinein ändern. Für Marktbereiche mit Gedränge hat die Landesregierung ebenfalls die 2G-Regel empfohlen.

Für berufliche Veranstaltungen und für Jugendliche gilt im Land seit Montag 3G (geimpft, genesen oder getestet). Am Samstag hatte die Landesregierung die bis 15. Dezember geltende neue Corona-Verordnung des Landes beschlossen. Ungeimpfte dürfen keine Innenräume von Freizeitstätten und Gaststätten mehr besuchen. Kinder bis zur Einschulung und minderjährige Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, sind davon ausgenommen.

Wer aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, muss eine ärztliche Bescheinigung und einen negativen Test vorlegen, um Angebote mit 2G-Regeln wahrzunehmen.

2G gilt nun in Diskotheken, bei Dienstleitungen mit Körperkontakt (Friseure und medizinische sowie pflegerische Dienstleistungen ausgenommen), Sport in Innenräumen, für außerschulische Bildungsangebote und Touristenübernachtungen in Hotels.

Behörden können auf Weihnachtsmärkten und bei anderen Veranstaltungen mit Marktcharakter oder mit mehr als 1000 zeitgleich Anwesenden außerhalb geschlossener Räume 2G anordnen - wenn jeweils ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht.

Die 3G-Regel gilt bei beruflichen Veranstaltungen, geschlossenen Veranstaltungen in Gaststätten, im Profisport, bei beruflicher Bildung und beruflich bedingten Hotelübernachtungen.

Schüler müssen im Unterricht wieder eine Maske aufsetzen. Behörden können beispielsweise für Fußgängerzonen und Haupteinkaufsbereiche die Maskenpflicht anordnen. Private Zusammenkünfte innerhalb geschlossener Räume sind nur noch mit bis zu zehn ungeimpften Personen zulässig. Ausgenommen sind weiter Kinder unter 14 Jahren.

Zuständig für die Kontrolle der Hygieneschutzbestimmungen sind lokale Behörden und Veranstalter. "Wenn erforderlich, kann die Polizei je nach Einzelfall im Rahmen der Amtshilfe unterstützend tätig werden", sagte ein Sprecher des Landespolizeiamtes. "Bislang ist alles unauffällig." Die Polizei trage dazu bei, dass in der Adventszeit Veranstaltungen sicher und störungsfrei verlaufen können. "Dabei steht sie in einem engen und fortlaufenden Austausch mit den Kommunen, der Feuerwehr, den Rettungsdiensten, Veranstaltern sowie Sicherheitsdienstleistern", sagte der Sprecher.

Unterdessen ist die Corona-Inzidenz im Land leicht gestiegen. Am Sonntag lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bei 135,9 - nach 134,5 am Samstag. Das war der niedrigste Wert aller Bundesländer. Binnen 24 Stunden wurden 206 neue Infektionen gemeldet, weniger als am Samstag (391).

Die Hospitalisierungsinzidenz - also die Zahl der Corona-Kranken, die je 100.000 Menschen binnen sieben Tagen in Kliniken kamen - betrug 3,23. 129 Covid-19-Patienten wurden im Krankenhaus behandelt, 34 auf einer Intensivstation. 17 von ihnen mussten beatmet werden.

Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Neumünster (237,8), gefolgt von den Kreisen Pinneberg (191,1) und Stormarn (177,2). Für Deutschland insgesamt gab das Robert Koch-Institut die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche zuletzt mit 386,5 an.

Unterdessen läuft der Aufbau von 26 Impfstellen in Schleswig-Holstein auf Hochtouren. Diese sollen Hausärzte und Teams in Sonderaktionen dabei unterstützen, das Impfen zu beschleunigen. In Kiel etwa soll am nächsten Montag eine Station mit bis zu sieben Impf-Straßen öffnen.

© dpa-infocom, dpa:211121-99-88176/3

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