Hamburg & Schleswig-HolsteinWeniger Schulabgänger finden direkt eine Ausbildung

Es wechseln wieder weniger Jugendliche nach der zehnten Klasse direkt in eine Ausbildung. Die Übergangsquote sank von 42,8 auf 39 Prozent.
Hamburg (dpa/lno) - Im vergangenen Jahr haben nach der zehnten Klasse wieder etwas weniger Schulabgänger den Sprung direkt in eine Ausbildung geschafft. Insgesamt waren es 1.895 von 4.864 Absolventen, wie die Schulbehörde mitteilte. Die Übergangsquote sei damit im Vergleich zum Jahr zuvor von 42,8 auf 39 Prozent gesunken. 2012 lag sie bei etwa 25 Prozent.
Mehr Schulabgänger treffen auf weniger Stellenangebote
Ein Grund sei ein Anstieg der Schulabgängerzahl um 213 oder 4,17 Prozent bei einem gleichzeitigen Rückgang des Stellenangebots um 400 oder 3,8 Prozent auf etwa 10.200. Dennoch blieben den Angaben zufolge rund 950 Ausbildungsstellen unbesetzt und 1.400 Ausbildungsplatzsuchende ohne Vertrag.
"Die Gründe dafür sind vielfältig und betreffen alle Schülerinnen und Schüler aller Abschlüsse gleichermaßen", sagte der Chef der Hamburger Agentur für Arbeit, Sönke Fock. Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) appellierte an alle Hamburger Betriebe, "verstärkt Ausbildungs- und Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen".
Die meisten wechseln in die Ausbildungsvorbereitung
Die meisten Schulabgänger - 2.349 oder 48,3 Prozent - seien im vergangenen Jahr nach der zehnten Klasse in die Ausbildungsvorbereitung gewechselt. Das können Produktionsschulen sein, aber auch die dualisierte Ausbildungsvorbereitung. Dabei gehen schulpflichtige Jugendliche in die Schule und arbeiten zudem an drei Tagen in der Woche in Betrieben. Das Programm gibt es auch speziell für junge Menschen mit einem Migrationshintergrund.
Bereits seit 2012 analysieren die Schulen und die Jugendberufsagentur, was mit den Jugendlichen nach ihrem Abgang von der Schule geschieht. Bei 615 von ihnen sei bekannt, dass sie etwa ein Freiwilliges Soziales Jahr machten, sich im Ausland aufhielten oder zur Bundeswehr gegangen seien. "Lediglich bei fünf Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 ist der Verbleib in diesem Jahr ungesichert und wird im Rahmen von Absentismusverfahren weiter geprüft", erklärte die Schulbehörde.