Regionalnachrichten

Hamburg & Schleswig-HolsteinWie Tourés erstes Kind ihr Leben verändert hat

25.02.2026, 04:02 Uhr
Die-Geburt-ihrer-Tochter-hat-Sozialministerin-Aminata-Toure-nach-eigenen-Worten-veraendert

Vom politischen Alltag zum Familienglück: Aminata Touré erzählt, wie ihr erstes Kind alles auf den Kopf stellt – und warum sie nun von einem Leben davor und danach spricht.

Kiel (dpa/lno) - Die Geburt ihrer Tochter hat das Leben von Schleswig-Holsteins stellvertretender Ministerpräsidentin Aminata Touré komplett umgekrempelt. "Es hat alles verändert, wirklich", sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe immer gedacht, ist das wirklich so, dass man so ein krass anderer Mensch ist, nachdem man ein Kind bekommen hat? Ich kann das für mich zu 100 Prozent unterschreiben und sagen, dass es für mich ein Leben davor und ein Leben danach gibt."

Die 33-Jährige war Ende April 2025 zum ersten Mal Mutter geworden. Im August nahm sie ihre Arbeit wieder auf. "Ich blicke jetzt anders auf die Welt", sagte Touré. Wie andere Mütter mache sie sich Gedanken, in welcher Welt ihre Tochter in zehn oder zwanzig Jahren leben werde.

"Wenn ich sie so sehe, völlig unschuldig, klein und lieb, und das Einzige, was sie interessiert, ist, ob sie auf dem Arm von ihrer Mutter oder ihrem Vater ist und was sie gerade zu essen bekommt", sagte Touré. Ihre Tochter wisse ja noch nicht, was sie erwarte. "Und ich frage mich natürlich in einer Welt, in der der Zulauf der Rechten krasser wird und ich habe eine schwarze Tochter. Wächst sie in einer Gesellschaft auf, in der sie zum Problem gemacht wird?"

Erfahrungen

"Für sich selbst hat man eine ganz andere Härte. Ich bin auch aufgewachsen als schwarze Person in dieser Gesellschaft und war immer so: Ich nehme das Volley und ich werde Sachen verändern", sagte Touré. Es sei aber etwas anderes, sich diese Gedanken über das eigene Kind oder andere Kids zu machen. Das habe ihren Blick noch einmal verändert.

Früher sei sie in ihrer Freizeit gerne mit Freundinnen weggefahren oder habe sich abends auf ein Glas Wein getroffen, berichtete die Sozialministerin. Nun sei ihre Tochter der Lebensmittelpunkt. "Heute ist für mich die Abwägung, wenn ich frei habe, meine Tochter zu sehen." Wenn es passt, schaue ihr Partner auch tagsüber mit dem Kind im Büro vorbei.

Auch auf ihre politische Arbeit wirke sich das Muttersein aus, sagte Touré, die in ihrer Funktion auch Kita-Ministerin im Norden ist. "Jetzt habe ich natürlich eine neue Perspektive dazu gewonnen und das ist die als Mama." Viele Dinge habe sie vorher zwar auch mit Beteiligten besprochen. Beispielsweise könne sie nun Probleme beim Kita-Portal persönlich anders nachvollziehen. "Ich habe das angeklickt und gemerkt: Okay, this is not working. Es ist gut, dass wir das haben, aber es muss nutzerfreundlicher werden." Abhilfe sei in Arbeit.

Quelle: dpa

Regionales