Hamburg & Schleswig-HolsteinZoll entdeckt Schlafplätze und gefälschte Ausweise

In einem Betrieb in Kiel stoßen Zollbeamte auf gleich mehrere mögliche Verstöße. Gegen die Verantwortlichen laufen nun Ermittlungen – zwei von ihnen fallen bei dem Einsatz besonders auf.
Kiel (dpa/lno) - Auf Schwarzarbeit spezialisierte Beamtinnen und Beamte des Zolls haben bei einem Lebensmittelgroßhandel in Kiel mehrere Verstöße festgestellt. Nach dem Einsatz am Donnerstag wurden gegen Verantwortliche des Unternehmens Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie der Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt eingeleitet, wie der Zoll berichtete. Bei einer Durchsuchung stellten Einsatzkräfte Unterlagen und Datenträger sicher.
Zwei Männer wollten sich den Angaben nach per Flucht der Kontrolle entziehen. Die beiden versuchten, sich in den Kellerräumen des Lagers zu verstecken, wie Zollsprecherin Gabriele Oder berichtete. Gegen beide Ausländer wurden Strafverfahren wegen unerlaubten Aufenthalts eingeleitet.
Zoll: Verdächtiger reiste nach Abschiebung erneut ein
"Dass ein bereits abgeschobener Mann mit gefälschten Ausweispapieren erneut illegal einreist und sich anschließend vor einer Kontrolle in Kellerräumen versteckt, zeigt sehr deutlich, mit welcher kriminellen Energie teilweise versucht wird, illegale Beschäftigung zu verschleiern", sagte die Sprecherin. Der Mann wurde in Gewahrsam genommen und einem Haftrichter vorgeführt.
Bei vier weiteren Beschäftigten ergaben sich den Angaben zufolge Hinweise auf Verstöße gegen sozialversicherungsrechtliche Meldepflichten. Bei einem weiteren Mann war demnach die Duldung und damit auch die Arbeitserlaubnis abgelaufen. Mehrere Arbeitnehmer gaben an, in Räumlichkeiten auf dem Betriebsgelände zu übernachten. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Kiel ordnete das Amtsgericht Kiel eine Durchsuchung an.