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Hessen Betroffene: Synodalen Weg bis Entschädigungsregelung stoppen

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Wenige Stunden vor Eröffnung der Synodalversammlung der katholischen Kirche über Reformprozesse hat eine Organisation von Missbrauchsopfern eine Aussetzung der Beratungen bis zur Einigung auf Entschädigung gefordert. "Es reicht. Unsere Geduld ist zu Ende", sagte Matthias Katsch von der Betroffenenorganisation "Eckiger Tisch" am Donnerstag in Frankfurt. "Aus unserer Sicht kann der Synodale Weg nicht starten, so lange die Opfer draußen vor der Tür stehen und immer noch auf eine Antwort warten." Bevor die Debatten über wichtige innerkirchliche Fragen geführt würden, müssten die Anliegen der Betroffenen geklärt werden. "Erst die Opfer - dann die Reform, nicht umgekehrt", forderte Katsch.

Christian Weisner, Sprecher der Reformbewegung "Wir sind Kirche" nannte den Synodalen Weg eine "letzte Chance". Der Synodale Weg sei untrennbar mit dem Missbrauchsskandal verbunden. Die 230 Mitglieder der Plenarversammlung in Frankfurt beraten bis Samstag über den Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, die Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Position von Frauen in der Kirche. Weisner kritisierte eine "Pseudobeteiligung" der kirchlichen Laien, es sei nicht transparent, wie die Teilnehmer berufen wurden.

Eine "radikale Erneuerung der Kirche" forderte Monika Humpert von dem Frauennetzwerk Maria 2.0. "Diese Kirche steht nicht mehr für das, was das Evangelium verkündet." Thomas Pöschl von "Homosexualität und Kirche" verwies auf Nachholbedarf der Kirche beim Umgang mit Schwulen, Lesben und anderen sexuellen Minderheiten. Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare etwa seien überfällig.

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