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HessenHessens AfD warnt Parteinachwuchs vor Treffen mit Aktion 451

05.05.2026, 13:37 Uhr
Robert-Lambrou-Hessens-Co-Landesprecher-der-AfD-hat-im-Maerz-2026-bei-der-Gruendungsversammlung-der-hessischen-AfD-Jugendorganisation-Generation-Deutschland-gesprochen
(Foto: Michael Bauer/dpa)

Warum will die hessische AfD nicht, dass ihre jungen Mitglieder an Aktionen der rechten Studentengruppe Aktion 451 teilnehmen? Der AfD-Landesvorstand erklärt ihnen das in einem Rundschreiben.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die hessische AfD warnt ihre jungen Mitglieder vor der rechten Studentengruppe Aktion 451, die laut dem österreichischen Verfassungsschutz eine "Identitäre Tarngruppe" ist. In seinem Jahresbericht 2024 spricht der Verfassungsschutz in Wien von "personellen Überschneidungen" mit der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ) der Neuen Rechten.

Der AfD-Landesvorstand in Wiesbaden empfiehlt in einem Schreiben an Hessens rund 170 Mitglieder der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD), "nicht an Treffen der sogenannten Aktion 451 teilzunehmen". Es gebe deutliche Hinweise, dass diese "eine Tarnorganisation der Identitären Bewegung ist, die auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD steht".

Zuvor hatte die Zeitung "Die Welt" darüber berichtet. Das Rundschreiben des hessischen AfD-Vorstandes liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Lambrou: Gegengewicht gegen "linke Dominanz" an Unis nötig

Hessens AfD-Chef Robert Lambrou teilte der dpa mit, nun könnten sich GD-Mitglieder im Land nicht mehr "herausreden, nicht zu wissen, was das ist"; wenn man zu Veranstaltungen der Aktion 451 gehe.

Das Rundschreiben betont nach Lambrous Worten, "dass es ein Gegengewicht gegen die linke Dominanz an Hochschulen braucht. Das sollten wir aber aus eigener Kraft gestalten, statt sich auf zweifelhafte Organisationen einzulassen. Wir sind inzwischen auch mitgliederstark genug, um das selbst zu leisten", ergänzte der hessische AfD-Landessprecher.

"Unter besonderer Beobachtung durch viele Medien"

In dem Rundschreiben heißt es zudem: "Gerade unsere jungen Mitglieder stehen unter besonderer Beobachtung durch viele Medien, die darauf warten, dass wir Fehler machen. Darum ist es bei Kontakt mit neuen Organisationen geboten, vor einer Teilnahme genau zu recherchieren, worum es sich handelt."

Auf der Internetseite der Aktion 451 heißt es: "Wir sind die Flamme, die nicht erlischt." Universitäten sollten Orte des offenen Streits sein, "keine ideologischen Echokammern, keine Zensurzonen. Die Aktion 451 kämpft für eine freie Debatte statt Sprechverboten, für dissidentes Denken statt einer Einheitsmeinung." In Deutschland ist die in Österreich entstandene Aktion 451 nach eigenen Worten unter anderem in Frankfurt aktiv.

Quelle: dpa

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