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HessenHessische Bauern trotzen Winter – Mehr Arbeit für Tierhalter

23.02.2026, 04:03 Uhr
Schnee-und-Frost-sorgen-im-Winter-dafuer-dass-Pflanzen-in-die-Winterruhe-versetzt-und-die-Bodenstruktur-auf-den-landwirtschaftlichen-Feldern-gelockert-wird
(Foto: Christine Schultze/dpa)

Tiere brauchen bei Frost mehr Futter, Zäune und Wasserleitungen müssen öfter kontrolliert werden. Warum Hessens Bauern dennoch von einem normalen Winter sprechen.

Friedrichsdorf (dpa/lhe) - Frost und Schnee haben diesen Winter in Hessen bislang geprägt. Welche Folgen hat das für die Bauern im Land? "Für die Landwirtschaft entstehen dadurch keine grundlegenden Probleme, aber Tierhalter sind insbesondere bei Außenklima-, Auslauf- oder Weidehaltung stärker gefordert, wenn Kälte- und Schneeperioden einsetzen", erklärte die Pressesprecherin des Hessischen Bauernverbands, Marie-Claire von Spee.

Tiere benötigten bei Kälte etwas mehr Futter, die Versorgung mit Tränkwasser müsse gewährleistet sein, Zäune und Infrastruktur würden häufiger kontrolliert. "Viele Betriebe sind gut auf winterliche Bedingungen eingestellt, etwa durch beheizte Tränken", erläuterte von Spee.

Auch bei überwiegender Stallhaltung sei der zusätzliche Aufwand nur geringfügig höher. "Zusätzliche Herausforderungen durch die frostigen Temperaturen und den Schnee ergeben sich vor allem punktuell, beispielsweise durch gefrorene Leitungen oder vereiste Wege, die unabhängig von der Haltungsform und Wirtschaftsweise auf den Höfen auftreten können."

Schäden in Hessen noch nicht absehbar

Der aktuelle Winter sei aus Sicht des Bauernverbands nicht außergewöhnlich streng, sondern eher ein "klassischer Winter", wie man ihn früher häufiger gekannt habe. "Gerade im Bereich Pflanzenbau ist ein Winter mit anhaltenden Frosttagen oder auch einer schützenden Schneedecke durchaus auch wichtig, gibt es so eine Winterruhe für Pflanzen oder wird durch die Frostgare die Bodenstruktur gelockert", führte von Spee aus. Frostgare meint die natürliche Bodenlockerung durch Frost-Tau-Wechsel.

Schnell und kurzfristig einsetzender Frost nach milden Tagen könne bei Pflanzen zu Schädigungen führen. "Noch bleibt in Hessen abzuwarten, ob es zu solchen Schäden gekommen ist."

Feldarbeiten müssen wegen nasser Böden noch warten

Aktuell kämen in vielen Regionen nasse Bodenbedingungen hinzu. "Mit milderen Temperaturen geht dann die neue Vegetationsperiode los, mit den Niederschlägen werden damit auch die Wasservorräte in den Böden aufgefüllt", sagte von Spee. Jedoch sei dadurch auch die Befahrbarkeit der Flächen beschränkt und Frühjahresarbeiten müssten auf den Feldern noch etwas warten.

So seien viele Flächen derzeit zu nass oder nicht tragfähig genug, um darauf Gülle auszubringen. Seit dem 1. Februar ist das grundsätzlich wieder erlaubt, wenn die Böden aufnahmefähig sind. "Es kommt jedoch auf die Region und die Bodenbedingungen an, ob gefahren werden kann oder nicht, denn unterschiedliche Böden trocknen unterschiedlich schnell ab."

Verschiebungen zum Start in das Düngejahr seien nicht ungewöhnlich und Landwirte würden es kennen, dass gerade im Frühjahr eine Ausbringung nicht immer sofort möglich ist. "Erst wenn sich die Bedingungen über längere Zeit nicht verbessern, können die Zeitfenster enger werden", so von Spee. Dennoch sei es wichtig, mit dem Start in die Vegetationsperiode die Pflanzen rechtzeitig mit Nährstoffen versorgen zu können. "So können mit einigen sonnigen und trockenen Tagen dann auch die Feldarbeiten beginnen."

Quelle: dpa

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