HessenLetzte Schwünge auf Hessens Pisten – Frühling rückt näher

Skifans können in Willingen und auf der Wasserkuppe trotz frühlingshafter Temperaturen noch die letzten Abfahrten genießen. Wie lange bleibt der Schnee noch?
Willingen/Gersfeld (dpa/lhe) - Bis zu 20 Grad und Sonne: Der Frühling klopft in Hessen an. Die Skifans im Land kommen dennoch weiterhin auf ihre Kosten. Sowohl in Willingen als auch auf der Wasserkuppe sind die Pisten noch offen. In den Wintersportgebieten geht es jetzt allerdings in den Endspurt der Saison.
"Die Pistenbedingungen sind weiterhin gut – insbesondere die frisch präparierten Abfahrten garantieren vor allem in den Vormittagsstunden Spaß und Skivergnügen", sagt Elisabeth Schilling, Sprecherin des größten hessischen Wintersportgebiets in Willingen (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Die Temperaturen seien frühlingshaft. "Uns erwartet sonniges Wetter mit Temperaturen um zehn Grad und mehr."
Pisten werden weiterhin jeden Abend präpariert
Wie kann trotz der milden Temperaturen der Betrieb aufrecht gehalten werden? "Jetzt wird der Schnee genutzt, der in der kalten Winterzeit produziert wurde", erklärt Schilling. Da technisch erzeugter Schnee komprimierter sei als Naturschnee, schmelze dieser auch langsamer.
"Die Pisten werden weiterhin jeden Abend präpariert." Besucher des nordhessischen Skigebiets erwarte derzeit Winterglück und Frühlingsgefühle vereint: "Skifahren bei vor allem morgens griffigen Pisten und Sonnenpausen auf den Terrassen unserer Hütten", fasst es Schilling zusammen.
Ein Wermutstropfen des warmen Wetters: "Die frühlingshaften Temperaturen lassen ein genussvolles Flutlicht-Skifahren leider nicht mehr zu", so die Sprecherin. Die Flutlichtsaison sei damit leider vorzeitig beendet.
Lifte in Willingen werden nach und nach Betrieb einstellen
Insgesamt neigt sich die Saison in Willingen dem Ende zu. Skifahren werde noch bis in den März hinein möglich sein, sagt Schilling. Nach und nach würden die Lifte dann den Betrieb einstellen. "Am längsten wird das Skifahren vermutlich am Ritzhagen möglich sein."
Zum Schluss erwarte alle Wintersportfans noch ein Renntag am Sonnenhang. "Am 7. März findet dort der Upland Cup 2026 statt", berichtet Schilling. Gefahren werde ein vielseitiger Riesenslalom. "Startberechtigt sind alle SkifahrerInnen ab etwa sechs Jahren. Es fallen lediglich Teilnahme- und Liftgebühren an."
Die Sprecherin zieht eine positive Bilanz mit Blick auf die vergangenen Monate. "Wir hatten eine tolle Wintersportsaison mit hervorragendem Winterwetter, sprich Kälte und Naturschnee, sodass wir durchgehend von Weihnachten bis in den März Skifahren anbieten konnten beziehungsweise können." Entsprechend konstant und gut seien auch die Besucherzahlen gewesen.
Frühling hält auch abseits der Pisten Einzug
Und während der Skibetrieb in den Endspurt geht, bereitet sich Willingen abseits der Pisten auf den Frühling vor. "Es gibt regenerative Angebote zum Start in den Frühling", sagt eine Sprecherin der Tourist-Information Willingen. "Besonders das neu eröffnete Lagunen-Erlebnisbad passt gut in diese Jahreszeit." Es verspreche Erholung mit Solewasser, sechs verschiedene Saunen, Gradierwerk und Floating-Becken und werde sehr gut angenommen.
Auch Wanderungen bei langsam frühlingshaften Temperaturen seien zu empfehlen. "Die ersten etwas wärmeren Sonnenstrahlen, schöne Ausblicke und frische Luft – das mögen die Menschen zwischen Winter und Frühling."
Bis Sonntag Betrieb auf Wasserkuppe gesichert
Auch auf Hessens höchstem Berg, der 950 Meter hohen Wasserkuppe, befindet sich die Wintersportsaison auf der Zielgeraden. "Die warmen Temperaturen sowie der Regen am letzten Wochenende wirken sich stark auf die Skisaison auf der Wasserkuppe und auch auf dem Hoherodskopf aus", berichtet Jeremias Kümpel von der Wiegand Erlebnisberge GmbH, die die Ski- und Rodelarena an der Wasserkuppe und am Hoherodskopf im Vogelsberg betreibt.
In den letzten Tagen seien auf der Wasserkuppe rund 40 Liter Regen gefallen. Die Märchenwiesenpiste biete derzeit trotzdem noch gute Bedingungen. Ein sicherer Betrieb sei noch bis Sonntag möglich. "Ob es danach weitergeht, werden wir nach oder am Wochenende entschieden."
Bald geht laut Kümpel dann wieder die Sommerrodelbahnen in Betrieb. Und auch sonst hat die Rhön im Frühling einiges zu bieten. Die zertifizierte Wanderung Extratour Gersfeld etwa. Der Weg führt laut der Rhön GmbH auf einer Länge von 13,2 Kilometern durch dichte Wälder, über aussichtsreiche Höhenzüge und vorbei an kleinen Dörfern. Und der im vergangenen Jahr eröffnete Bikepark in Hünfeld-Sargenzell lädt auf einer Gesamtfläche von rund 4.200 Quadratmetern Hobbysportler wie auch ambitionierte Mountainbiker ein.
Gute Saison mit hohem Aufwand
Doch noch einmal zurück zum Winter. Auf den blickt Kümpel positiv zurück. "Mit der Skisaison auf der Wasserkuppe sind wir sehr zufrieden. Ab dem 1. Januar konnten wir Ski- und Rodelbetrieb für unsere Gäste anbieten", sagt er. Es habe nur eine kurze Unterbrechung von zwei Regentagen gegeben. "Der Aufwand war allerdings hoch, da wir dreimal nachbeschneien mussten."
Verhaltener fällt die Bilanz für das Skigebiet Hoherodskopf aus. "Auf dem Hoherodskopf konnten wir insgesamt vier Skitage auf der Rennwiese durchführen. Den Breungeshainer Hang konnten wir leider nicht in Betrieb nehmen", berichtet Kümpel. Die vier Skitage seien mit großem Aufwand verbunden gewesen. "Unter anderem mussten wir an einem Tag die Liftspur mit Schnee befüllen, damit ein sicherer Betrieb möglich war." Der Hoherodskopf sei sehr windanfällig, daher seien nicht mehr Tage möglich gewesen.