HessenNachwuchs im Opel-Zoo – Hoffnung für bedrohte Netzgiraffen

Netzgiraffen sind stark gefährdet. Warum die Geburt von Mumbi im Opel-Zoo nicht nur für Besucher, sondern auch für den Artenschutz eine besondere Bedeutung hat.
Kronberg (dpa/lhe) - Im Opel-Zoo in Kronberg im Taunus gibt es Zuwachs mit extra langem Hals: Netzgiraffe Maja hat am 22. Februar am frühen Morgen nach rund 15 Monaten Tragzeit ihr erstes Kalb zur Welt gebracht. Das teilte der Tierpark mit. Das Jungtier, ein Weibchen, erhielt den kenianischen Namen Mumbi in Anlehnung an die afrikanische Herkunft der Tiere. Mutter und Kalb seien wohlauf.
Die Tierpfleger entdeckten das neugeborene Kalb bei Dienstbeginn mit seiner Mutter im Giraffenhaus. Dort wird Mumbi in den kommenden Wochen laut dem Zoo zunächst bleiben und behutsam in die Giraffengruppe eingewöhnt. Sobald die Temperaturen steigen, soll sie auch die Außenanlage erkunden, die sich die Giraffen mit Zebras, Gnus und Impalas teilen.
Bedrohte Art im Fokus des Zuchtprogramms
Für den Zoo im Taunus ist es bereits das zweite Jungtier innerhalb kurzer Zeit. Erst im vergangenen Jahr hatte Kianga als erster Netzgiraffen-Nachwuchs seit 1984 für Aufmerksamkeit gesorgt. Wie Kianga ist auch Mumbi eine Tochter des Bullen Timon. Der 2018 geborene Giraffenbulle wurde im April 2025 im Rahmen des Europäischen Ex-situ-Zuchtprogramms an den Serengeti-Park Hodenhagen in Niedersachsen abgegeben.
Netzgiraffen gelten als besonders bedroht. Nach Angaben des Opel-Zoos ist ihr Bestand in Afrika auf weniger als 21.000 Tiere zurückgegangen. Europäische Zoos spielen daher eine wichtige Rolle für die Erhaltung der Art. Der wissenschaftliche Kurator des Opel-Zoos, Jörg Jebram, der zugleich das internationale Ex-situ-Programm für Giraffen koordiniert, betont, dass der zweite Nachwuchs zur Stabilisierung der europäischen Reservepopulation beitrage.