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Hessen Stadt Hanau bringt Kaufhof-Kauf auf den Weg

Galeria Kaufhof schließt seine Hanauer Filiale in wenigen Monaten. Das Gelände befindet sich in bester City-Lage. Die Stadt will das Areal kaufen und so Leerstände vermeiden. OB Kaminsky spricht von einem "Schicksalsjahrzehnt der Innenstädte".

Hanau (dpa/lhe) - Die Stadt Hanau will das Areal von Galeria Kaufhof kaufen und damit die Zukunft der Immobilie selbst gestalten. Der Magistrat stimmte am Montag dem Erwerb der Immobilie zu. Das Kaufhaus wird Ende Januar 2024 schließen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) machte deutlich, dass die Stadt bei der Entwicklung "einer der besten Adressen" Hanaus das Sagen haben will. "Ein langer Leerstand würde viele Gefahren bringen", warnte er am Montagabend bei der Vorstellung der Pläne in einer Ausschusssitzung der Stadtverordnetenversammlung.

25 Millionen Euro soll die Immobilie kosten, die einem US-Hedgefonds gehört. Der Kaufvertrag soll an diesem Dienstag unter Vorbehalt unterzeichnet werden, die Stadtverordneten müssen dem Geschäft am 16. Oktober noch zustimmen. Eine Mehrheit für den Kauf gilt als wahrscheinlich. "Wir sind in einem Schicksalsjahrzehnt der Innenstädte", sagte Kaminsky mit Blick auf Verödung von Straßenzügen als Folge von Leerständen in anderen Städten.

Das denkmalgeschützte Gebäude mit einer Gesamtfläche von 16.000 Quadratmeter liegt in bester Innenstadtlage am Marktplatz - nur wenige Meter von dem berühmten Brüder-Grimm-Denkmal und dem Rathaus entfernt. Zunächst ist nach der Schließung des Kaufhauses an eine Zwischennutzung der Immobilie gedacht mit Jugend- und Sportangeboten, mit Räumen für Volkshochschule oder das geplante Zentrum für Demokratie und Vielfalt, mit Gastronomiebetrieben, Kino und einem City-Beach auf der Dachterrasse. Das endgültige Nutzungskonzept soll im nächsten Jahr erarbeitet werden.

Die hessische Landesregierung hatte vor gut drei Wochen angekündigt, die von Filial-Schließungen der Warenhauskette betroffenen Städte in Hessen finanziell zu unterstützen. Der insolvente Kaufhaus-Konzern hatte Mitte März Standortschließungen in ganz Deutschland angekündigt.

Quelle: dpa

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