HessenTausende Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes im Warnstreik

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Tausende Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes haben nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Freitag die Arbeit niedergelegt. Schwerpunkt des Warnstreiks war Frankfurt und Umgebung. Neben dem Flughafen war vor allem der öffentliche Personennahverkehr in der Mainmetropole betroffen.
Am Flughafen, im Straßenbahndepot und vor dem Gewerkschaftshaus fanden Kundgebungen statt. "Wir schätzen, dass 5000 bis 5500 Menschen auf den Beinen sind", sagte der Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Frankfurt, Alexander Klein, der Deutschen Presse-Agentur am Vormittag.
U- und Straßenbahnen standen seit dem Morgen still. S-Bahnen sollten eigentlich fahren, aber nach dem Fund einer Leiche fielen am Morgen acht S-Bahn-Linien und drei Regionalverbindungen aus.
Am Frankfurter Flughafen wurden die meisten Flüge annulliert. Ausnahme sind Fracht- und Hilfsgüter für die Türkei und Syrien. Eigentlich waren am Freitag 1005 Flugbewegungen geplant. Fraport sprach von 137.000 betroffenen Passagieren.
An einem Demozug durch die Innenstadt beteiligten sich am Freitagmorgen neben Gruppen zahlreicher Einzelgewerkschaften, etwa der Gewerkschaft der Polizei, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft oder Vertreter der Städtischen Bühnen. Arbeitsniederlegungen gab es Verdi zufolge auch in den Stadtverwaltungen, beim Energieversorger Mainova, der Stadtreinigung FES, in Kitas, Altenheimen und einem Krankenhaus.
Verdi fordert für die bundesweit 2,5 Millionen Beschäftigten des Bundes und der Kommunen 10,5 Prozent mehr Geld, mindestens 500 Euro. Auszubildende sollen 200 Euro mehr bekommen. In Hessen würden 120 000 Beschäftigte davon profitieren. Die Tarifverhandlungen werden am 22. und 23. Februar in Potsdam fortgesetzt. Sollte es dann keine Bewegung geben, "müssen wir noch eine Schippe drauflegen", sagte Klein.