HessenTunnel auf A66 bei Neuhof wieder offen - Tempo 60 gilt

Nach dem Unfall im A66-Tunnel bei Neuhof rollen die Autos wieder – aber nur mit reduzierter Geschwindigkeit. Warum es trotzdem noch zu einzelnen nächtlichen Sperrungen kommt.
Neuhof (dpa/lhe) - Der in Fahrtrichtung Fulda gesperrte A66-Tunnel bei Neuhof ist wieder freigegeben. Das teilte die Autobahn GmbH mit. Vorerst gilt dort demnach Tempo 60. Das Bauwerk im osthessischen Landkreis Fulda war nach einem Unfall mit einem Autotransporter am Mittwoch gesperrt worden.
Der Lkw hatte am Mittwochmorgen die Tunneldecke berührt und massive Schäden an der Sicherheitstechnik verursacht: 18 von 34 Kameras und 31 von 34 Lautsprechern wurden beschädigt. Den reinen Sachschaden schätzt die Autobahngesellschaft auf mindestens 250.000 Euro. Die Gesamtkosten inklusive Verkehrssicherung könnten demnach bis zu 1 Million Euro erreichen.
Kontrollfahrten angekündigt
Um die Tunnelsicherheit zu gewährleisten, finden nach der Freigabe für den Verkehr engmaschige Kontrollfahrten des Betriebsdienstes statt, wie die Autobahn GmbH ankündigte. Die Brandmeldeanlage im Tunnel sei intakt, ebenso die Entrauchungs- und Belüftungstechnik. Die 31 beschädigten Lautsprecher seien weiterhin funktionstüchtig, müssten aber ebenfalls ersetzt werden. "Durchsagen der Tunnelleitzentrale im Notfall sind möglich", hieß es.
Bis Fronleichnam (4. Juni) sollen laut Mitteilung dort Kameras installiert werden, wo der Ersatz notwendig ist. Die Lieferzeiten für Neugeräte betragen demnach jedoch bis zu zehn Wochen. "Deshalb werden redundante Kameras aus der unbeschädigten Tunnelröhre ausgebaut." Dazu werde es bis Fronleichnam in beiden Tunnelröhren zu einzelnen nächtlichen Vollsperrungen kommen.
Keine Sperrungen während Hessentag
Ziel sei es, bis zum Hessentag in Fulda, der am 12. Juni beginnt, wieder eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde zu ermöglichen. "Die schnellstmögliche Wiederherstellung des Normalbetriebs und der reibungslose Verkehrsfluss im Tunnel haben für uns so kurz vor dem Hessentag in Fulda oberste Priorität", sagte Julia Rös, Leiterin der Außenstelle Fulda der Autobahn GmbH, laut Mitteilung. "Während des Hessentags werden keine weiteren Sperrungen der Tunnelröhren nötig sein."
Der vollständige Ersatz aller beschädigten Komponenten durch Neuteile und deren Einbau würden sich über Monate ziehen, erklärte die Autobahngesellschaft. Nach dem Hessentag müssten dafür wieder einzelne nächtliche Sperrungen eingerichtet werden.