HessenUber-Partner übernimmt Frankfurter Taxizentrale

Frankfurts größte Taxizentrale wird Teil der SafeDriver Group, die eng mit Uber zusammenarbeitet. Erklärtes Ziel ist mehr Umsatz für die Taxibranche.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Das Frankfurter Taxigewerbe rückt näher an den Mietwagenvermittler Uber. Die mit Abstand größte Funkzentrale der Stadt, die Taxi Frankfurt eG, wird von der Berliner SafeDriver Group übernommen, wie diese mitgeteilt hat.
SafeDriver agiert in Deutschland als Generalunternehmer für die Mietwagenvermittlung der US-Plattform Uber, betreibt aber auch Taxis. Es ist nach Angaben eines Sprechers die erste strategische Zusammenarbeit mit einer Funkzentrale in Deutschland - in Frankfurt sind rund 1.400 Funktaxis angeschlossen.
Als Kaufpreis sei ein einstelliger Millionenbetrag geflossen, sagte der Vorstandssprecher der Genossenschaft, Marten Clüver, der "Hessenschau". Kaufgegenstände seien auch Immobilien der Taxi Frankfurt Genossenschaft sowie Taxizentralen in Hanau, Offenbach und Rüsselsheim.
Vorstandsmitglieder führen weiterhin Geschäfte
Die 1919 gegründete Funkzentrale soll zunächst unverändert operieren. Aus der Genossenschaft soll schnell die "Taxi First Mobility GmbH" als 100-prozentige Tochter der Safe Driver Group werden. Die derzeitigen Vorstandsmitglieder Clüver und Roman Marx sollen die Geschäfte der neuen Firma führen. Die neue GmbH verfolge das Ziel, Dienstleister für Taxizentralen in ganz Deutschland zu werden.
Die Frankfurter Taxis haben in der Vergangenheit wie in vielen anderen Städten hohe Umsätze an die Mietwagen-Konkurrenz verloren, die mit Uber eine modernere Vermittlungsplattform hat. Immer wieder gab es dabei auch Vorwürfe und Demonstrationen unfairer Wettbewerbsmethoden. Inzwischen werden in Frankfurt auch erste Taxis über die Plattform vermittelt und nach behördlicher Genehmigung auch vorab Festpreise vereinbart.
"Wir möchten die Taxibranche im Rhein-Main-Gebiet dabei begleiten, die Digitalisierung voranzutreiben und so ihre Erlöse zu erhöhen", sagt Ubers Deutschland-Chef Christoph Weigler laut einer Mitteilung. Die Vermittlung der Taxis über die Uber-App werde Schritt für Schritt in den nächsten Monaten umgesetzt.