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HessenWilke-Wurstskandal: Prozess beginnt im Juli

06.03.2026, 13:08 Uhr
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Jahre nach dem Skandal um listerienverseuchte Fleischwaren der Firma Wilke startet im Juli der Prozess. Drei frühere Verantwortliche des Betriebs stehen dann wegen elf Todesfällen vor Gericht.

Kassel (dpa/lhe) - Im Fall des nordhessischen Wurstherstellers Wilke gibt es nun einen konkreten Termin für den Beginn des Prozesses um mehrere Todesfälle. Wie das Landgericht Kassel mitteilte, soll das Verfahren am 6. Juli starten. Insgesamt sind demnach bis zum 12. August 15 Verhandlungstermine angesetzt.

Damit beginnt die juristische Aufarbeitung von elf Todesfällen fast sechseinhalb Jahre nach der Schließung des nordhessischen Wurstherstellers und dem Skandal um mit Keimen verunreinigte Produkte. Zuvor war bekanntgeworden, dass der Beginn des Verfahrens vor dem Kasseler Landgericht für den Sommer geplant sei.

Drei Verantwortliche des Betriebs angeklagt

Beschuldigte in dem Fall sind der ehemalige Geschäftsführer, seine Stellvertreterin und der damalige Produktionsleiter. Ihnen wird dem Landgericht zufolge fahrlässige Tötung in elf Fällen sowie fahrlässige Körperverletzung in sieben Fällen vorgeworfen. Zudem lautet die Anklage demnach auf Beibringung gesundheitsgefährdender Stoffe in vier Fällen, Betrug in 17 Fällen sowie gesundheitsgefährdendes Inverkehrbringen von Lebensmitteln in 18 Fällen.

Die Firma in Twistetal (Landkreis Waldeck-Frankenberg) war im Oktober 2019 geschlossen worden, nachdem in ihrer Wurst Listerien-Keime nachgewiesen worden waren. Die Keime können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Gesundheitsbehörden meldeten danach 37 Krankheitsfälle, die mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht wurden.

Die elf Todesopfer im Alter zwischen 47 und 86 Jahren stammten laut Staatsanwaltschaft aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Berlin und dem Saarland.

Quelle: dpa

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