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Mecklenburg-VorpommernBodden-Durchstich: Beitrag zu Klimaschutz und Artenvielfalt

03.03.2020, 14:39 Uhr
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(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Die Artenvielfalt in den Industrieländern wird immer geringer. Dafür gibt es viele Ursachen. Deshalb sind Projekte willkommen, die dazu beitragen, diesen Trend zumindest in kleinen Teilen zu stoppen.

Bresewitz (dpa/mv) - Am Barther Bodden bei Bresewitz ist am Dienstag der Deich durchstochen worden. Erstmals seit mehr als 50 Jahren strömt damit wieder Wasser aus dem Bodden über die ausgedeichten Moore und Salzwiesen, wie der Vorstand der Umweltschutzbewegung WWF, Christoph Heinrich, sagte. Die Renaturierung von Küstenüberflutungsräumen mache diese anpassungsfähiger gegenüber den Folgen der Klimakrise und trage zudem zum Klimaschutz bei. Durch die Deich-Rückverlegung würden pro Jahr rund 2600 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Salzwiesen seien auch wertvolle Lebensräume von seltenen Tier- und Pflanzenarten wie Uferschnepfen und Strandastern. "Damit wird auch das Ziel, die Biodiversität in Deutschland zu erhalten, verfolgt", sagte Heinrich.

Die Vorpommerschen Boddenlandschaften gehören laut WWF zu den artenreichsten Regionen Deutschlands. Das Projektgebiet umfasst rund 1210 Quadratkilometer. Diese Artenvielfalt solle auch langfristig erhalten bleiben.

Die Ausdeichung diene nicht nur der Wiederherstellung von Lebensräumen, sondern auch dem Schutz vor dem steigenden Meeresspiegel. Dieser Anstieg werde künftig auch der rund 2000 Kilometer langen Küstenlinie Mecklenburg-Vorpommerns zu schaffen machen, betonte Heinrich. Die Moore und Salzwiesen schützten die umliegenden Gemeinden, weil sie hohe Wellen bremsen und abschwächen, bevor sie den neuen Damm erreichen. "Außerdem schwappen die gelegentlich auftretenden Hochwässer frische Nährstoffe und Sand über das Grünland." So könnten die Wiesen parallel zum Meeresspiegel langsam in die Höhe wachsen.

Das Projekt vom WWF Deutschland in Kooperation mit der Ostseestiftung ist Teil des Verbundvorhabens "Schatz an der Küste" im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Darin würden Vorhaben gefördert, denen eine deutschlandweite repräsentative Bedeutung zukommt. Die Vorhaben sollen dazu beitragen, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren.

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