Mecklenburg-VorpommernEis ist weg - eisbrechendes Arbeitsschiff zurück von Werft

Der Eiswinter hat die Schiffe des hiesigen Wasserstraßenamtes stark gefordert. Ein als Eisbrecher einsetzbares Schiff der Behörde stand aber gar nicht zur Verfügung. Nun kommt es wieder.
Stralsund (dpa/mv) - Es ist eines von drei eisbrechenden Schiffen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Ostsee, fehlte aber im zurückliegenden Eiswinter an der hiesigen Küste - nun soll der Tonnenleger "Ranzow" wieder in sein Einsatzgebiet zurückkehren.
Das mehr als 30 Meter lange Schiff befand sich laut WSA von Mitte Dezember bis Anfang März in Dänemark. Grund war demnach ein geplanter Werftaufenthalt. "Aus organisatorischen Gründen ließ sich die Werftzeit nicht anders planen", erklärte die Behörde. Ende vergangenen Jahres sei das für den Betrieb notwendige Klassifikationszeugnis ausgelaufen.
Die Eislage Anfang des Jahres stellte das WSA Ostsee nach eigenen Angaben vor Herausforderungen, wie es sie seit dem Rekordwinter 2011/2012 nicht gegeben habe. Teilweise waren laut WSA mehrere Häfen im Greifswalder Bodden, etwa Ladebow, Vierow oder Lubmin, aber auch Stralsund und Wolgast nicht erreichbar. Örtlich kamen selbst Behördenschiffe demnach an ihre Leistungsgrenzen.
WSA-Schiffe während Eiswinter stark gefordert
Nach einem Eisschaden der Fähre "Vitte" musste die "Görmitz" Amtshilfe leisten und bei der Versorgung der Insel Hiddensee helfen. Die "Arkona" war unter anderem vor Mukran im Einsatz, wo Eis zeitweise verhinderte, dass Gastanker das dortige LNG-Terminal anlaufen konnten.
Die "Arkona" ist dafür ausgelegt, Eis bis zu einer Dicke von 50 Zentimeter zu brechen, die "Görmitz" für bis zu 30 Zentimeter. "Die "Ranzow" lässt sich grundsätzlich ähnlich einsetzen wie die "Görmitz"", erklärte das WSA. Beide seien jedoch "nicht als Eisbrecher konzipiert worden, sondern lediglich mit eisbrechenden Fähigkeiten ausgestattet".
In der eisfreien Zeit kümmern sich die Schiffe laut WSA im Wesentlichen um die Tonnen, die als Seezeichen fungieren, führen Kontroll- und Inspektionsfahrten durch, üben schifffahrtspolizeiliche Aufgaben aus und beseitigen Störungen. Zusätzlich betreibt das WSA Ostsee den Angaben nach noch acht kleinere Schiffe.
"Ranzow" voraussichtlich ab dieser Woche einsatzbereit
Zuletzt befand sich die "Ranzow" für Restarbeiten in Rendsburg am Nord-Ostsee-Kanal. Danach sollte sie nach Stralsund zurückkehren und voraussichtlich diese Woche wieder zur Verfügung stehen.
Wegen des Eiswinters wurden auch Behördenschiffe aus der Nordsee in die Ostsee verlegt. So kam die "Neuwerk", um als Eisbrecher vor Rügen eingesetzt zu werden. Die "Arkona" wurde im Gegenzug zeitweise in die Nordsee verlegt. Allerdings war bei der "Neuwerk" vor Rügen ein Defekt festgestellt worden. Danach war auch das Mehrzweckschiff "Mellum" aus der Nordsee in die Ostsee gekommen und brach vor dem Rügener LNG-Terminal zusammen mit einem gecharterten Notfallschlepper das Eis in der Fahrrinne auf. Die dort eingesetzten Behördenschiffe sind deutlich größer als etwa die "Ranzow" oder die "Görmitz".
"Der vergangene Winter hat gezeigt, dass eine spezielle Konstellation der Wetterlage zu Einschränkungen in der Schifffahrt führen kann", schrieb eine WSA-Sprecherin. "Die Auswertung zur Thematik Eisaufbruch ist derzeit noch nicht abgeschlossen." Daher könne man noch keine generelle Aussage treffen, etwa zu der Frage, ob zusätzliche Schiffe notwendig sind.