Mecklenburg-VorpommernElf Weltpremieren bei Filmkunstfest MV - Start am 6. Mai

Das Filmkunstfest MV zählt seit mehr als 30 Jahren zu den populärsten Filmfestivals in Ostdeutschland. Und mit einem ganz speziellen Ehrenpreis werden alljährlich wahre Filmgrößen geehrt.
Schwerin (dpa/mv) - Das traditionsreiche Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern bietet nach Angaben der Veranstalter in diesem Jahr elf Weltpremieren. Darunter ist der Spielfilm "Wilma will mehr" mit Fritzi Haberland in der Hauptrolle. Sie spielt darin eine Facharbeiterin aus dem Braunkohle-Tagebau in der Lausitz, die sich beruflich neu orientieren muss und dabei neben Enttäuschungen auch Überraschungen erlebt. "Dieses Festival hat auch die Aufgabe, ostdeutsche Themen in das Programm zu nehmen", betonte der künstlerische Leiter Volker Kufahl bei der Programmvorstellung in Schwerin.
Nach seinen Angaben werden vom 6. bis 11. Mai 120 Filme an zahlreichen Aufführungsorten in der ganzen Stadt zu sehen sein. Im Spielfilmwettbewerb, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist, laufen zehn Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben der Uraufführung von "Wilma will mehr" in der Regie von Maren-Kea Freeses gehören dazu auch die beiden Deutschlandpremieren "Altweibersommer" der Österreicherin Pia Hierzegger und das Science-Fiction-Drama "Electric Chuld", das bereits beim Schweizer Filmpreis erfolgreiche war.
Regisseur Andreas Dresen in Spielfilm-Jury
Den Vorsitz der Spielfilm-Jury führt der Regisseur Andreas Dresen, der laut Kufahl im Rahmen des Filmfestivals auch die Ehrenbürgerschaft der Stadt Schwerin erhalten soll. Wettbewerbe gibt es auch in den Kategorien Dokumentar-, Kurz-, sowie Kinder- und Jugendfilm. Gastland ist Indien. Auf Filme und Kultur des Landes werden Festivalbesucher und Einwohner der Stadt nach Angaben Kufahls bereits am 5. Mai mit dem Konzert einer deutsch-indischen Band auf dem Markt eingestimmt. Wie immer werde das Festival, das in den Vorjahren jeweils etwa 15.000 Besucher gezählt habe, durch Gesprächsrunden und eine Branchenkonferenz ergänzt.
Mit dem Ehrenpreis des Festivals werden in diesem Jahr die Verdienste der Schauspielerin Barbara Sukowa (75) um die Filmkultur geehrt. "Barbara Sukowa ist eine der wenigen internationalen Filmstars, die wir haben", sagte Kufahl zur Begründung. Für den Besuch des Festivals in Schwerin unterbreche die heute in den USA lebende Künstlerin einen Drehtermin, den sie zu dieser Zeit in Deutschland habe. Die Auszeichnung "Goldener Ochse", die zuvor schon Schauspielerinnen wie Hanna Schygulla, Senta Berger, Katharina Thalbach und Corinna Harfouch sowie Schauspieler wie Bruno Ganz, Klaus Maria Brandauer, Mario Adorf und Matthias Habich erhielten, soll am 10. Mai im Schweriner Staatstheater überreicht werden.