Mecklenburg-VorpommernFassmer: Standort Rechlin war nicht auszulasten

Rechlin (dpa/mv) - Die Schließung der Fassmer Schiffsservice GmbH & Co. KG in Rechlin (Mecklenburgische Seenplatte) geht auf mangelnde Auslastung, eine Neuordnung bei der Mutterfirma und generelle Probleme der Werftindustrie in Deutschland zurück. Das erklärte der Geschäftsführer der Fassmer-Gruppe in Berne (Niedersachsen), Holger Fassmer, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Die Entscheidung ist uns absolut schwergefallen", sagte Fassmer. Es sei aber nicht möglich gewesen, entsprechende Ersatzfertigung nach Rechlin zu verlagern. Die Corona-Krise, in der auch Kreuzfahrtschiffhersteller viele Aufträge verschoben haben, habe die Probleme noch verschärft.
Fassmer hatte vor wenigen Tagen überraschend mitgeteilt, sich Ende März von dem traditionsreichen Schiffbaustandort Rechlin mit zuletzt noch 30 Mitarbeitern zu trennen. Selbst Sparmaßnahmen wie Kurzarbeit seien nicht möglich, erläuterte Fassmer. Dafür hätte es einer Perspektive aus Sicht der Gruppe bedurft, die nicht vorlag. In der Rechliner Werft waren vor 1990 mehr als 1000 Menschen beschäftigt. Fassmer war 1996 gekommen und hatte dort unter anderem Aussetzvorrichtungen für Rettungsboote, sogenannte Davits, sowie andere komplizierte Schweißteile und Schiffsanlagen gebaut.
Zur Fassmer-Gruppe mit Hauptsitz in Niedersachsen gehörten bisher etwa 1600 Mitarbeiter, vor allem in Berne, in Polen und China. Den Jahresumsatz gibt die Gruppe mit rund 200 Millionen Euro an.
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