Mecklenburg-VorpommernFrauen in MV fast 26 Jahre in Rente - Männer nur 20 Jahre

Dank gestiegener Lebenserwartung beziehen die Senioren in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren immer länger Rente. Ein Teil der Bevölkerung profitiert stärker.
Lübeck/Schwerin (dpa/mv) - Trotz späteren Renteneintritts beziehen die Ruheständler in Mecklenburg-Vorpommern ihre Rente immer länger. Ältere Frauen, die 2024 gestorben sind, haben im Schnitt 25,7 Jahren lang gesetzliche Rente bekommen, wie aus einer Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung Nord hervorgeht. Bei Männern lag die Rentenbezugsdauer 2024 bei durchschnittlich 19,9 Jahren.
Insgesamt betrug die durchschnittliche Rentenbezugsdauer 2024 in MV 22,9 Jahre. "Fünf Jahre zuvor waren es noch insgesamt 22,5 Jahre - 25,5 Jahre für Frauen und 19,2 Jahre für Männer", so die Deutsche Rentenversicherung Nord mit Sitz in Lübeck weiter. "Der Trend ist klar: Die Rentenbezugsdauer wächst."
446.000 Menschen in MV in Altersrente
Gleichzeitig verschiebe sich der Rentenbeginn nach hinten. "Während Männer und Frauen aus dem Nordosten 2019 im Durchschnitt mit 63,7 Jahren in den Ruhestand gingen, lag das durchschnittliche Renteneintrittsalter 2024 bei 64,3 Jahren", hieß es. Männer begannen demnach ihre Altersrente im Schnitt mit 64,4 Jahren, Frauen mit 64,1 Jahren.
Ende 2024 zahlte die Deutsche Rentenversicherung den Angaben zufolge in Mecklenburg-Vorpommern rund 446.000 Altersrenten aus. Bundesweit sind es demnach 18,9 Millionen. Im Bundesdurchschnitt starben 2024 Frauen nach 23,2 Jahren Rentenbezug, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Männer bezogen demnach 20,1 Jahre lang Rente. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter lag bundesweit bei 64,7 Jahren.
Experten fordern Anhebung des Rentenalters
Berater von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordern angesichts der steigenden Lebenserwartung eine zügige Anhebung des Rentenalters in Deutschland. Der Beraterkreis für evidenzbasierte Wirtschaftspolitik, den Reiche berufen hat, empfiehlt, dass künftig zwei Drittel der gewonnenen Lebenszeit auf die Erwerbsphase entfallen, ein Drittel auf den Ruhestand.
"Ausgehend von den mittleren Annahmen des Statistischen Bundesamtes würde das bedeuten: Ab 2031 – wenn die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre abgeschlossen ist – müsste das Rentenalter etwa alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen", schreiben sie. Die Grenze von 69 Jahren wäre demnach Anfang der 2070er Jahre erreicht.