Mecklenburg-VorpommernHammer-Angriff auf 17-Jährige – Angeklagter gesteht

Die Tat ist brutal und kaum zu erklären. Zwei junge Männer attackieren eine 17-Jährige in einer Wohnung mit einem Hammer. Die drei kennen sich aus der Schule.
Neubrandenburg (dpa/mv) - Im Strafprozess wegen eines Angriffs mit einem Hammer auf eine 17-Jährige hat einer der beiden Angeklagten die Tat umfassend gestanden. Der 19-Jährige schilderte vor dem Landgericht Neubrandenburg, wie er im November vorigen Jahres gemeinsam mit dem ebenfalls 19 Jahre alten Mitangeklagten, die Jugendliche in einer Ein-Raum-Wohnung in Neustrelitz attackierte. Beide sind wegen versuchten Mordes angeklagt.
"Hauptsächlich ging es darum, sie zu töten", sagte der Angeklagte, der die Tat zuvor mit seinem Freund besprochen hatte. Beide kauften den Hammer sowie eine Säge in einem Baumarkt. Angreifer und Opfer kannte sich seit der gemeinsamen Schulzeit aus der 5. Klasse und standen in einem freundschaftlichen Verhältnis zueinander.
Vor Gericht berichtete der Angeklagte von Gewaltfantasien, die er seit Jahren habe. Er war mehrmals in Therapie.
Heute ist der Tag
Unmittelbar vor der Tat hatten die beiden jungen Männer ein Video in der Wohnung gedreht, in dem sie sich gegenseitig zur Tat anspornten. "Heute ist der Tag der Tage", sagte der Angeklagte auf dem kurzen Video, das im Gerichtssaal abgespielt wurde. Dann folgte auch der Satz: "Opfer Nummer eins tritt gleich ein."
Laut Anklage versuchten sie, die 17-Jährige mit einem 34 Zentimeter großen und 500 Gramm schweren Hammer in Neustrelitz umzubringen. Während einer der 19-Jährigen die Jugendliche festhielt, schlug der andere dem Mädchen mehrmals auf den Kopf. "Fünf- oder sechsmal", sagte der Angeklagte.
Notruf bei der Polizei
Der Staatsanwalt wirft den Angeklagten Mordlust, Heimtücke und Hinterlist vor. Nach der Tat riefen die beiden 19-Jährigen die Polizei. "Wir sind die Täter, wir zwei. Wir stellen uns freiwillig. Es tut uns so leid", sagte einer der Angeklagten in dem Notruf, dessen Mitschnitt ebenfalls vorgespielt wurde. Auch der zweite Angeklagte will heute aussagen.
Nur weil das Opfer laut schrie und rief, dass man doch befreundet sei, hielten die Männer nach Schilderung des Angeklagten inne. Danach rief das blutende Opfer über Handy seinen Vater an. Die Männer hätten den Tod der Jugendlichen billigend in Kauf genommen, sagte der Staatsanwalt zum Prozessauftakt vor zwei Wochen.