Mecklenburg-VorpommernKlirrende Kälte: Welche Hilfen gibt es für Obdachlose?

Bei frostigen Temperaturen sind Notunterkünfte in den Städten von MV teils stärker gefragt. Wie können auch Bürgerinnen und Bürger helfen, und wo gibt es Anlaufstellen?
Rostock/Schwerin/Neubrandenburg (dpa/mv) - Bei frostigen Temperaturen wachsen die Risiken für Menschen, die keine feste Bleibe haben. Was können Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommerns Städten tun, um potenziell gefährdeten Menschen zu helfen, und wie stark sind die Unterkünfte derzeit ausgelastet?
Rostock
"Die Notunterkünfte für obdachlose Frauen und Männer sind insbesondere in den Wintermonaten stark ausgelastet", heißt es aus Mecklenburg-Vorpommerns größter Stadt. Die Belegung schwanke täglich. "Derzeit sind die vorhandenen Kapazitäten weitgehend ausgeschöpft, vereinzelt kommt es auch zu einer geringen Überbelegung." Für akute Notfälle würden aber zusätzliche Kapazitäten vorgehalten.
In Rostock ist der Straßensozialdienst der Obdachlosenhilfe Rostock unter 0381 697382 zu erreichen. Er versucht, Menschen auf der Straße direkt zu versorgen, akute Situation zu lindern und gegebenenfalls weiterzuvermitteln. Es gibt Notunterkünfte (im Rahnstädter Weg und beim ehemaligen Güterbahnhof) für die Nacht, in denen täglich Menschen ohne Voranmeldung unterkommen können.
Zudem können sich von November bis Ende März Menschen im Wärmestübchen beim ehemaligen Güterbahnhof an Wochenenden und Feiertagen aufwärmen. Die Obdachlosenhilfe ist zudem mit einem Kältebus unterwegs. Der Tagesaufenthalt Bahnsteig 1 in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt bietet außer am Wochenende ein Tagescafé, Dusch- und Waschmöglichkeiten sowie weitere Hilfsangebote.
Bürgerinnen und Bürger sind nach Angaben der Stadt zunehmend sensibel und melden Notsituationen schneller. Dies helfe wesentlich bei der Versorgung obdachloser Menschen.
Schwerin
In Schwerin war die Obdachlosenunterkunft laut Stadt zuletzt mit 37 Menschen belegt – bei 45 Plätzen und einer üblichen durchschnittlichen Belegung von 28 Menschen. Derzeit könnten auch Menschen, die nicht durch den Fachdienst Soziales in die Wohnungslosenunterkunft eingewiesen sind, tagsüber in der Unterkunft bleiben.
Nach früheren Angaben bietet auch die Bahnhofsmission Verpflegung an und auch die Caritas habe ein offenes Angebot. In Kleiderkammern könnten sich Obdachlose mit Bekleidung versorgen.
Neubrandenburg
In Neubrandenburg können sich Menschen für Hilfsangebote an Obdachlose an die Abteilung Ordnung, Verkehr und Gewerbe wenden, zum Beispiel telefonisch unter 0395 555-2502 oder -2269. Zudem gebe es das Projekt "@Home" (0173/3744896 oder 01733689709). Das Team kümmere sich umfassend um das Thema Obdachlosigkeit.
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betreibt das Obdachlosenhaus in der Eichhorster Straße (0395/777 52418). Die Plätze reichen laut Stadt grundsätzlich aus. Wärmehallen seien in den Begegnungsstätten und der Tagesstätte des ASB zwischen 08.00 Uhr und 10.00 Uhr nutzbar.
Greifswald
Auch die Stadt Greifswald rät früheren Angaben zufolge, im Fall der Fälle Obdachlose direkt auf die bestehenden Hilfsangebote zu verweisen und die Stadtverwaltung zu informieren (03834 8536-4347 oder 03834 8536-0). Die Volkssolidarität betreibt im Süden der Stadt (Am Gorzberg) eine Obdachlosenunterkunft (03834 840907). Das Kreisdiakonische Werk Greifswald bietet zudem eine Tages- und Begegnungsstätte in der Lomonossowallee mit warmen Speisen und Getränke gegen kleines Entgelt, Waschmöglichkeit und Beratung (03834 899797).
Stralsund
In Stralsund betreibt das DRK in der Mühlgrabenstraße eine Obdachlosenunterkunft mit 44 Plätzen. Zuletzt waren laut Stadt noch fünf Plätze frei. In Notfällen würden zusätzliche Plätze geschaffen. Auch in Stralsund können sich Betroffene direkt an die Einrichtung (03831 703690) wenden. Dort gibt es zudem eine Kleiderkammer. Auch besteht früheren Angaben zufolge von November bis März eine Aufnahmebereitschaft. Das Stralsunder Ordnungsamt ist unter 3831 253 743 zu erreichen und kümmert sich um die Zuweisung zu Notunterkünften nach persönlicher Vorsprache.
Wismar
In Wismar reichen die Plätze der Obdachlosenunterkunft zuletzt laut Stadt auch aus. 19 Menschen nächtigten demnach zuletzt in der Unterkunft. "Niemand wird abgewiesen", hieß es bereits im November von der Stadt. Bürgerinnen und Bürger können demnach Obdachlose auf die Unterkunft hinweisen oder der Stadtverwaltung mitteilen, dass jemand Hilfe braucht. "Dies geschieht auch regelmäßig."