Mecklenburg-VorpommernKrankschreibung per Telefon - Ministerin Drese kontert Merz

Kanzler Merz meint, der Krankenstand in Deutschland sei zu hoch. Ein Grund könnte aus seiner Sicht die telefonische Krankschreibung sein. Das sieht die MV-Gesundheitsministerin Drese anders.
Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) verteidigt die Krankschreibung am Telefon gegen Kritik durch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Regelung sei ein wichtiges und geeignetes Instrument zur Entlastung der Haus- und Kinderarztpraxen gerade in der Erkältungssaison, erklärte Drese.
"Durch Krankschreibungen per Telefon brauchen leichter erkrankte Menschen, die der Praxis bereits bekannt sind, sich nicht mehr in volle Wartezimmer drängen, wo sie womöglich bei Infektionskrankheiten weitere Personen anstecken."
Das Bundesgesundheitsministerium solle sich lieber "den wichtigen Themen" widmen, verlangte die Schweriner Ministerin. "Wir stehen im Gesundheitsbereich vor großen Herausforderungen: Krankenhausreform, Notfallreform, Stärkung der ambulanten Gesundheitsversorgung, Einführung eines Primärarztsystems." Jetzt die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung überprüfen zu wollen, sei eine falsche Prioritätensetzung.
Merz kritisiert hohen Krankenstand
Der Kanzler hatte seine Kritik am hohen Krankenstand in Deutschland bekräftigt. "Eine der Ursachen ist sicherlich auch die leichte Krankschreibung durch telefonische Krankschreibungen", sagte Merz. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung nun überprüfen.
Ihr Ministerium sei im ständigen Austausch mit Krankenkassen und Ärztevertretern, so Drese weiter. "Auffälligkeiten bei der telefonischen Krankschreibung werden hierbei nicht benannt."