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Mecklenburg-VorpommernLebenslange Haft für 23-jährigen Afghanen wegen Mordes

20.03.2026, 11:49 Uhr
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(Foto: Helmut Reuter/dpa)

Der Richter spricht in der Urteilsbegründung von einer Tragödie. Der Angeklagte habe aus "blinder Wut und Raserei" einen Menschen mit 14 Messerstichen ermordet und einen anderen schwer verletzt.

Rostock (dpa/mv) - Das Landgericht Rostock hat einen 23-jährigen Mann aus Afghanistan wegen Mordes und versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der 23-Jährige erstach am 26. August vorigen Jahres einen Landsmann in einer Asylbewerberunterkunft in Güstrow mit 14 Messerstichen und verletzte dessen Cousin mit einem Stich in den Rücken lebensgefährlich. Dabei habe der Angeklagte "in blinder Wut und Raserei" aus dem Gefühl einer vermeintlichen Ehrverletzung und Kränkung gehandelt, die er aber selbst verursacht habe, sagte der Richter.

Wer in dieser Intensität mehr als zehnmal auf jemand anderen einsteche, der wolle dieses Leben vernichten. "Da geht es um nichts anderes. Der will den anderen töten. Das ist Absicht", sagte der Richter, der im Strafmaß dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgte. Das Opfer habe keine Chance gehabt. Die Verteidigung hatte in ihrem Schlussvortrag auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als sieben Jahren wegen versuchten Totschlags sowie Totschlags in einem minder schweren Fall plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Binnen einer Woche kann Revision eingelegt werden.

Quelle: dpa

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