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Mecklenburg-VorpommernMV hält neue Regeln zum Wolf für nicht ausreichend

06.03.2026, 10:17 Uhr
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Der Bundestag hat den Wolf ins Jagdrecht aufgenommen. MV-Umweltminister Backhaus hat mit Blick aufs Kleingedruckte Zweifel, dass die Regeln wirksam sein werden.

Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommern ist mit den neuen Regeln zum Abschuss von Problemwölfen in Deutschland unzufrieden. "Ich habe erhebliche Zweifel, dass die Änderung des Bundesjagdgesetzes und die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes für rechtssichere Verfahren zur Wolfsentnahme sorgen", erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin. Die neuen Regeln seien nicht hinreichend konsequent und praxistauglich.

Der Bundestag hatte am Donnerstag einen erleichterten Abschuss von Wölfen beschlossen. Mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition und der AfD wurde das Tier ins Jagdrecht aufgenommen. Unter anderem können damit sogenannte Problemwölfe einfacher getötet werden - etwa wenn sie Zäune überwunden und Schafe gerissen haben. Nach dem Bundestag muss auch noch der Bundesrat zustimmen, bevor die Neuregelung in Kraft treten kann.

Regeln für die Wolfsjagd

Die vom Bundestag beschlossene Neuregelung sieht vor, dass die Bundesländer die Jagd in jenen Regionen erlauben dürfen, wo sich der Wolf in einem günstigen "Erhaltungszustand" befindet, er in dem Gebiet also gute Chancen auf einen langfristigen Fortbestand hat. Als Jagdzeit ist dann der Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Oktober vorgesehen. Wenn ein Wolf Weidetiere getötet oder verletzt hat, darf er sogar unabhängig von Erhaltungszustand und Jagdzeit geschossen werden.

Überdies können die Länder Gebiete bestimmen, in denen die Jagd auf den Wolf erforderlich ist, weil Weidetiere dort schwer vor ihm zu schützen sind - etwa auf Almen oder Deichen. Für Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde soll es trotzdem weiterhin finanzielle Unterstützung vom Staat geben.

Zahl der Wölfe nimmt stark zu

Die Zahl der Wölfe in Europa hat sich binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 2023 sollen es 20.300 Tiere gewesen sein. Allein in Deutschland wurden zuletzt nach Behördenangaben mehr als 1.600 Wölfe gezählt - vor allem im Bereich von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis nach Sachsen.

In MV lebten nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums im vergangenen Jahr 28 Wolfsrudel nach 19 im Jahr davor. 2025 habe es 77 mutmaßliche Wolfsangriffe auf Weidetiere gegeben, bei denen 424 Tiere getötet und 39 verletzt worden seien.

Quelle: dpa

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