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Mecklenburg-VorpommernMühlen lassen Flügel und Räder drehen

22.05.2026, 05:01 Uhr
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Ob Wasser-, Wind- oder Motormühle: Der Pfingstmontag ist traditionell den historischen Mahlanlagen gewidmet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird der Deutsche Mühlentag gefeiert.

Schwerin (dpa/mv) - An Pfingstmontag lassen zahlreiche historische Mühlen im Nordosten ihre Windflügel und Wasserräder rotieren. In Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich 30 Anlagen am Deutschen Mühlentag, wie der Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, der die Aktion im Nordosten gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung organisiert.

Auf dem Programm stehen Führungen und kleine Feste. "So können große und kleine Mühleninteressierte einen tieferen Einblick in das Kulturgut Mühle und das alte Müllerhandwerk bekommen", sagte Jan Bauditz, Vorsitzender des Mühlenvereins Mecklenburg-Vorpommern. Unter den 30 Mühlen sind 18 Windmühlen, 10 Wassermühlen und 2 Motormühlen.

Oft nur noch Ruinen

Bauditz verwies auf die Bedeutung und die lange Geschichte der Mühlen. Noch vor 150 Jahren hätten zahlreiche Wind- und Wassermühlen das Landschaftsbild geprägt und nahezu jedes Dorf seine Mühle gehabt. Die imposanten Bauwerke hätten der aufkommenden Konkurrenz der von Dampfmaschinen und später Dieselmotoren angetriebenen Mühlen oft erstaunlich lange standhalten können. In MV gibt es den Angaben zufolge landesweit noch rund 150 Wasser- und 120 Windmühlen sowie 40 Motormühlenstandorte. Oft seien aber nur noch Ruinen oder ein paar Steine oder Holzbalken übriggeblieben. 240 Mühlen sind laut Denkmalpflegeamt des Landes als Technische Denkmale eingestuft.

Digitalisiert und aufgelistet

Die Mühlen in MV sind künftig auch in einer Gesamtübersicht aufgelistet und digital abrufbar. Der Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern habe in dreijähriger, intensiver Recherchearbeit dieses Verzeichnis erstellt und werde es zum Deutschen Mühlentag online schalten. Das Vorhaben wurde vom Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten mit Mitteln aus dem Strategiefonds mit 150.000 Euro gefördert.

Das Verzeichnis sei kein Selbstzweck, sondern ein praktisches Werkzeug für die Denkmalpflege und die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern, sagte Staatssekretärin Susanne Bowen. "Die wissenschaftliche Aufarbeitung ist daher für den Denkmalschutz und den Erhalt dieses Kulturgutes von unschätzbarem Wert. Der Mühlenverein MV hat es mit viel ehrenamtlichem Engagement geschafft, dieses große Projekt in die Tat umzusetzen."

Quelle: dpa

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