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Mecklenburg-Vorpommern Urlauber können Kampf gegen Kindersextourismus unterstützen

Flugreisende warten in einer Schlange vor der Sicherheitskontrolle auf dem Flughafen. Foto: Jan Woitas/Archiv

(Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

Kindersextourismus ist ein boomendes Geschäft, zu Lasten der Kinder und Jugendlichen in den armen Ländern der Dritten Welt. Zumindest mit gezielten Buchungen können Urlauber dazu beitragen, diese Verbrechen zurückzudrängen.

Linstow (dpa/mv) - Nach wie vor ist Kindersextourismus ein drängendes Problem insbesondere in Staaten der Dritten Welt. Kinder und Jugendliche würden zu Opfern von Touristen, die eigens deshalb in Dritt-Welt-Länder reisten, sagte Marion Kreissl von der Hilfsorganisation Ecpat Deutschland vor einem Workshop des Eine-Welt-Landesnetzwerks Mecklenburg-Vorpommern am Samstag in Linstow. Doch Verbraucher selbst könnten mit ihren Buchungen dazu beitragen, die Machenschaften von kriminellen Gruppen in diesen Ländern einzudämmen.

Weltweit gebe es immer mehr Hotels, die den sogenannten Kinderschutzkodex unterzeichnet haben. Diese Hotels verpflichten sich, sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Aufklärung und Richtlinien vorzubeugen und im Ernstfall schnell und kompetent zu reagieren. "Betroffenen Kindern kann schnell geholfen und die Täter können zur Verantwortung gezogen werden", sagte Kreissl.

Das Problem sei riesig. Genaue Angaben über Zahlen von Opfern beziehungsweise Tätern liegen jedoch nicht vor. Dabei seien nicht nur Männer Täter, auch Frauen würden sich beispielsweise in afrikanischen Länden jugendliche Loverboys "halten", sagte Kreissl. Es sei bekannt, dass hinter dem Kindersextourismus oft mafiös arbeitende Strukturen stünden. "Das ist eine regelrechte Industrie, in der riesige Gewinne erwirtschaftet werden." Es würden beim Kinderhandel die gleichen Strukturen genutzt wie beim Waffen- oder Drogenhandel. So würden Kinder aus entlegenen Gegenden in Tourismuszentren verschleppt.

Es gebe auch positive Entwicklungen, die Verfolgung von Straftätern sei weltweit möglich. Deutsche Täter könnten in Deutschland auch für im Ausland begangene Straftaten zur Rechenschaft gezogen werden. Zudem haben viele Länder, wie beispielsweise Thailand die Strafen für Sex mit Kindern erhöht und schärfere Gesetze erlassen. "Die Zeiten sind vorbei, in denen Täter meinen, sie kämen straffrei davon", betonte Kreissl. Das gesellschaftliche Tabu ist größer geworden. Auch dank des Kinderschutzkodexes müssten sie große Hotels meiden.

Kinderschutzkodex

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