Mecklenburg-VorpommernVerstärkte Kameraüberwachung: Früherkennung von Waldbränden

Kaliß/Schwerin (dpa/mv) - Bei der Bekämpfung von Waldbränden setzt Mecklenburg-Vorpommern auf Prävention und Früherkennung. Wie Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch im Forstamt Kaliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim) mitteilte, wurden landesweit inzwischen an 22 Standorten Kameras installiert. Mit deren Hilfe könnten etwa 291 000 Hektar Wald und damit die Hälfte der gesamten Waldfläche des Landes überwacht werden. Besonders gefährdete Gebiete seien dabei lückenlos abgedeckt. Bei geringsten Anzeichen auf Rauchentwicklung werde die Waldbrand-Einsatzzentrale in Mirow aktiv und alarmiere die örtlichen Behörden.
"Der furchtbare Waldbrand hier in der Lübtheener Heide hat uns 2019 gelehrt, dass Waldbrände, insbesondere in munitionsbelasteten Gebieten, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind", betonte Backhaus. Damals waren 950 Hektar Wald in Brand geraten, mehrere Dörfer mussten evakuiert werden. Seither seien noch einmal 340.000 Euro in das Überwachungssystem investiert worden. Mit Hilfe eines Millionen-Programms des Innenministeriums wurde zudem moderne Löschtechnik angeschafft, die schwerpunktmäßig in gefährdeten Regionen stationiert wurde.
Einen besseren Schutz vor der Ausbreitung der Flammen verspricht sich Backhaus von sogenannten Waldbrand-Wundstreifen, auf denen brennbares Material so weit wie möglich entfernt wurde. Seit 2019 seien jährlich etwa 430 Kilometer davon angelegt worden, fast 50 Prozent mehr als zuvor. "Prävention ist die beste Waldbrandbekämpfung", betonte der Minister bei der Eröffnung des Fachzentrums für Waldbrandschutz in Kaliß. Nach seinen Worten wächst als Folge des Klimawandels auch die Gefahr von Waldbränden. Wegen des erneut trockenen Frühjahrs mussten für weite Teile des Landes zeitweise schon hohe Waldbrandwarnstufen ausgerufen werden.