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Mecklenburg-VorpommernWandmalereien in Stralsunder Kloster werden konserviert

29.01.2025, 17:53 Uhr
Bei-der-laufenden-Restaurierung-von-Teilen-des-Katharinenklosters-sollen-auch-mittelalterliche-Wandmalereien-konserviert-werden
(Foto: Stefan Sauer/dpa)

Das ehemalige Katharinenkloster in Stralsund beherbergt nicht nur verschiedene Ausstellungen. Der Bau selbst hat auch viel zu bieten. Im Rahmen von Sanierungsarbeiten werden diese Schätze konserviert.

Stralsund (dpa/mv) - Bei der Restaurierung von Teilen des Stralsunder Katharinenklosters sind weitere Wandmalereien freigelegt worden. Sie stammten nach Aussage der Leiterin des Stralsund Museums, Maren Heun, aus der Zeit um 1500. "Es ist qualitativ sehr hochwertig", sagte sie bei einer Besichtigung am Mittwoch. "Und wir können über die Wandmalereien sagen, dass sie zumindest im stilistischen Zusammenhang mit der mystischen Einhornjagd stehen."

Diese bereits vorher freigelegte Malerei bilde ein im Spätmittelalter beliebtes Motiv ab. Dabei treibe der Erzengel Gabriel ein Einhorn in einen geschlossenen Garten und in den Schoß Marias. Im Mittelalter gab es nach Aussage Heuns die Annahme, dass ein Einhorn nur von einer reinen Jungfrau gefangen werden kann. "Da geht es eigentlich um Mariä Empfängnis und um die Menschwerdung Gottes in dieser ganzen Geschichte." Von der Jagdszene sind unter anderem noch Hunde und Hufe des Einhorns zu erkennen.

Besonderer Saal

Der große Saal oder auch der sogenannten Remter ist der ehemalige Versammlungs- und Speisesaal der Mönche. Es handelt sich laut Heun um eine der größten dreischiffigen Hallen im Klosterbau des südlichen Ostseeraums. Dieser große Saal sei nicht nur den Mönchen vorbehalten gewesen. Auch die Stadtgesellschaft habe ihn genutzt.

Solche Wandmalereien zeigten, "was die Menschen im Mittelalter, die Mönche im Mittelalter gedacht haben, was ihnen sozusagen wichtig war und wie sie auch ihr Kloster verziert haben." Außerdem helfen sie laut Heun auch dabei, herauszufinden, inwiefern man derartige Motive noch deuten können.

Sanierung auch nebenan

Das ehemalige Kloster im Herzen der Stralsunder Altstadt beherbergt neben Teilen des Stralsund Museums auch das Meeresmuseum, das zuletzt ebenfalls mehrere Jahre lang aufwendig modernisiert wurde. Dabei waren historische Entdeckungen gemacht worden - etwa Überreste der ältesten bekannten Kirche Stralsunds.

Der Teil des Klosters, der das Stralsund Museum beherbergt, wird seit 2019 saniert. Laut Heun ist die Wiedereröffnung für 2026 geplant. Auch der berühmte Goldschmuck von Hiddensee soll dann wieder zu sehen sein - eines der Highlights der Ausstellung. Das Land fördere die Sanierung mit 1,2 Millionen Euro. Das Stralsund Museum betreibt außerdem noch das Marinemuseum und das Museumshaus, ein mittelalterliches Krämerhaus.

Quelle: dpa

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