Mecklenburg-VorpommernWarnstreik legt ÖPNV im Nordosten teilweise lahm

Pendler, Schüler und andere ÖPNV-Nutzer wurden in MV wieder auf die Geduldsprobe gestellt. Busse und Bahnen blieben vielerorts in den Depots. Der Grund war ein Warnstreik.
Schwerin (dpa/mv) - Die Gewerkschaft Verdi hat gut zehn Tage vor der vierten Tarifrunde für die 2.800 Beschäftigten des öffentlichen Personennahverkehrs in MV erneut mit landesweiten Warnstreiks Druck für ihre Tarifforderungen gemacht. Busse mehrerer kommunaler Verkehrsbetriebe fuhren nicht. In Schwerin blieben auch die Straßenbahnen in den Depots. Beide Tarifseiten hoffen auf eine Verständigung am 9. März. Dann wird für MV weiter verhandelt.
Kommunale Arbeitgeber und Nahverkehrsunternehmen reagierten mit Unverständnis auf die im Vorfeld angekündigten Warnstreiks. Diese seien nicht Ergebnis der bisher geführten drei Verhandlungsrunden, die konstruktiv und lösungsorientiert verlaufen seien, sagte Verbandsgeschäftsführerin Carola Freier der Deutschen Presse-Agentur.
Arbeitgeber wollen bei Sonderzahlung nachlegen
"Grundlage der aufgerufenen Warnstreiks ist eine durch die Verdi-Bundesleitung diktierte Dramaturgie und Regie zu den bundesweit stattfindenden Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr, die zulasten der Fahrgäste geht." Warnstreiks gebe es heute, mit Ausnahme im Land Niedersachsen, in allen Bundesländern.
Für die vierte Verhandlungsrunde am 9. März zeigte sich Freier zuversichtlich, dass mit Verdi eine Einigung erzielt werden könne. Die Arbeitgeber hatten bei der letzten Runde am 16. Februar ein Angebot vorgelegt, das unter anderem eine Verbesserung bei der Jahressonderzahlung beinhaltet. Das Thema Wochenarbeitszeit soll aber auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und mit Entgelten und Eingruppierungsfragen gemeinsam verhandelt werden.
Auch Gewerkschaft hofft auf Einigung
Verdi fordert unter anderem eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich, eine Erhöhung der Fahrdienstzulage auf 30 Prozent und eine Jahressonderzahlung in voller Höhe (100 Prozent). Die Arbeitgeber verwiesen darauf, dass eine Reduzierung auf 35 Wochenarbeitsstunden einem Verlust von über 25 Arbeitstagen je Beschäftigen pro Jahr entspreche.
Verdi-Nord-Verhandlungsführer Sascha Bähring sagte der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den 9. März: "Unsere Hoffnung ist, dass es dann zu einer Einigung kommt. Wir erhöhen den Druck und hoffen, dass es reicht."
Streikaufrufe gab es für folgende Betriebe: Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP), Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH, Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen mbH (VVR), Verkehrsbetrieb Greifswald GmbH (VBG), Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft mbH (MVVG), NVS in Schwerin, Regionalbus Rostock (Rebus). Viele Betriebe stellten Notfahr- und Ersatzfahrpläne auf. Rostock war von den Warnstreiks ausgenommen. Die sollen aber am Verhandlungstag am 9. März nachgeholt werden.