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Mecklenburg-VorpommernWeniger Herzinfarkte in Mecklenburg-Vorpommern

13.05.2026, 10:03 Uhr
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Entwarnung wollen Gesundheitsexperten dennoch nicht geben. Das sind ihre Gründe.

Schwerin (dpa/mv) - Die Häufigkeit von Herzinfarkten ist in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren merklich gesunken. Auf 100.000 Menschen im Alter über 30 Jahren kamen 2017 noch 390 Patienten, die mit einem akuten Herzinfarkt im Krankenhaus behandelt wurden - 2024 waren es 360, wie die AOK Nordost mitteilte.

"In absoluten Zahlen beträgt der Rückgang rund 500 Herzinfarkte pro Jahr", erläuterte ein Sprecher von Mecklenburg-Vorpommerns größter Krankenkasse. Die Angaben seien repräsentativ.

Risiken werden früher erkannt

Der Rückgang hat nach Worten der Kardiologin Anja Sandek vom AOK-Ärztehaus "Centrum für Gesundheit" in Berlin mehrere Ursachen. "Wir erkennen in Vorsorgeuntersuchungen Risiken heute früher und können sie konsequenter behandeln. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte."

Moderne Diagnoseverfahren, wie Herz-Ultraschall, Angiographie und Computertomographie der Herzgefäße, ermöglichten es, Gefäßverengungen zu erkennen, ehe Durchblutungsstörungen auftreten. "Außerdem haben sich Katheterbehandlung und chirurgische Verfahren bei der Behandlung eines Herzinfarktes weiterentwickelt."

Regionale Unterschiede

Die Daten der AOK zeigen für Mecklenburg-Vorpommern allerdings auch große regionale Unterschiede. Eine besonders hohe Herzinfarkt-Rate gab es 2024 demnach im Landkreis Mecklenburgische Seeplatte mit 450 Fällen je 100.000 Einwohner ab 30 Jahren und im Landkreis Ludwigslust-Parchim mit einem Wert von 410. Am niedrigsten lag die Rate den Angaben zufolge in Rostock mit 270 Fällen sowie in Schwerin und im Landkreis Nordwestmecklenburg mit jeweils 290.

Vom bundesweiten Durchschnitt von 320 Herzinfarkten ist Mecklenburg-Vorpommern den Angaben zufolge noch ein gutes Stück entfernt. Ein AOK-Sprecher nannte als Grund für die regionalen Unterschiede soziale Ursachen. Je schwächer der soziale Status von Einwohnern in einer Region sei, desto weiter verbreitet seien Risikofaktoren wie Rauchen.

Keine Entwarnung

Tom Forbrich von der AOK Nordost sieht im Rückgang der Herzinfarkte in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls keinen Grund zur Entwarnung. Ein Herzinfarkt bleibe ein lebensbedrohlicher Notfall. "Viele Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder Rauchen sind weiterhin stark verbreitet."

Quelle: dpa

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