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Mecklenburg-VorpommernWieder mehr Amseln - aber wo sind die Mauersegler?

26.05.2026, 16:56 Uhr
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Rund 1.400 Menschen im Nordosten haben bei der großen Mai-Zählaktion der Vögel in Garten und Park mitgemacht. Das Ergebnis zeigt Licht und Schatten, bilanziert die Umweltorganisation Nabu.

Schwerin (dpa/mv) - Die Amsel-Bestände in Mecklenburg-Vorpommern scheinen sich laut Nabu langsam vom tödlichen Usutu-Virus zu erholen. Bei der jüngsten Zählung, der "Stunde der Gartenvögel" vom 8. bis 10. Mai, meldeten die Teilnehmer sechs Prozent mehr Amseln als im vergangenen Jahr, wie die Pressesprecherin des Nabu in MV, Manuela Heberer, berichtete.

Das seien vorsichtig erfreuliche Nachrichten. "Viele Menschen haben im vergangenen Jahr gemerkt, dass der vertraute Amselgesang in manchen Gärten leiser geworden ist", sagte sie. "Das leichte Plus in diesem Jahr zeigt, dass sich die Bestände offenbar etwas erholen konnten." Eine vollständige Entwarnung sei das aber noch nicht.

Wieder mehr Finken

Auch entdeckten die Teilnehmer der Zählaktion Heberer zufolge mehr Finken als vor einem Jahr. Der Buchfink sei um 68 Prozent häufiger gemeldet worden, beim Grünfink betrug das Plus 23 Prozent. "Offenbar bahnt sich derzeit keine neue Infektionswelle mit Trichomonaden an, die in der Vergangenheit bei einigen Finkenarten deutliche Spuren hinterlassen hatte", schlussfolgerte die Sprecherin.

Die Erreger könnten sich besonders an Futterstellen und Vogeltränken verbreiten. Der Nabu appellierte deshalb, Futterplätze regelmäßig zu reinigen und das Wasser täglich wechseln. Am besten sollten Futtersäulen genutzt werden, riet Heberer.

Haussperling der häufigste Gartenvogel

Auf Platz eins der am häufigsten beobachteten Gartenvögel lag erneut der Haussperling, gefolgt von Kohlmeise und Amsel. Der Feldsperling sei von Platz zwei auf Platz vier abgerutscht. Dafür habe die Mönchsgrasmücke deutlich zugelegt.

Auffallend ist laut Nabu ein deutlicher Rückgang an beobachteten Mauersegler. "Die eleganten Sommerboten wurden in Mecklenburg-Vorpommern um 45 Prozent seltener gemeldet", so Heberer. Ein Grund könnten schwindende Lebensräume sein - der Mauersegler benötige Nischen in Gebäuden und Insekten als Nahrung. Möglicherweise seien aber auch einige Tiere später aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und deshalb am Zählwochenende noch nicht in gewohnter Zahl zu sehen gewesen.

1.400 Menschen in MV haben mitgezählt

An der Zählaktion beteiligten sich dem Nabu zufolge rund 1.400 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie meldeten demnach mehr als 35.000 Vögel aus etwa 900 Gärten. Die nächste Vogelzählung ist den Angaben zufolge die "Stunde der Wintervögel" vom 8. bis 10. Januar 2027.

Quelle: dpa

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