Mecklenburg-VorpommernWüstenluchs-Baby faucht, aber meistert Gesundheitscheck

Klein, aber mit scharfen Krallen und Temperament - so zeigt sich in Stralsunder der Karakal-Nachwuchs. Die auch Wüstenluchse genannten Tiere finden laut Zoodirektor teils ungewöhnliche Verwendung.
Stralsund (dpa/mv) - Widerwillig fauchend hat im Zoo Stralsund ein etwa acht Wochen altes Raubkatzen-Baby seinen Gesundheitscheck durchgestanden. Nicht nur die typischen Pinselohren des kleinen Karakal-Weibchens sind schon deutlich ausgebildet. "Die kleinen Krallen und die kleinen Zähne können einen schon ganz schön verletzen", sagte Zoodirektor und Tierarzt Christoph Langner, der dem Tier unter anderem eine Wurmkur verabreichte.
Das Tier sei in einem guten Zustand und gut genährt. Es handle sich um den derzeit einzigen Karakal-Nachwuchs in Stralsund. Es sei der erste Raubkatzennachwuchs nach sieben Jahren in dem Revier, sagte die zuständige Tierpflegerin Anja Deichfischer. "Da freuen wir uns sehr drüber."
Vor zwei Jahren habe der Zoo ein neues Karakal-Zuchtpaar zusammengestellt. "Zu Ostern kam dann das kleine Jungtier zur Welt." Mittlerweile erkunde das Jungtier mit seiner Mutter auch die Außenanlage. Einen Namen habe das Tier noch nicht.
Auch Wüstenluchs genannt
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Karakelen in der Natur ist nach Aussage Langners sehr groß. Es schließe Teile Asien sowie den afrikanischen Kontinent ein. Die Tiere seien auch als Wüstenluchse bekannt. Sie bewohnten etwa Savannen und sehr trockene Gebiete. Sie hätten ein "unheimlich hohes Springvermögen" und würden in Afrika etwa auf Flughäfen eingesetzt, um sie von Vögeln und kleineren Tieren freizuhalten.
"Wir werden das Tier nicht auf Dauer behalten, weil das zu dem Pärchen nachher nicht passt", sagte Langner. Das Weibchen werde absehbar im Sinne der Arterhaltung an einen anderen Zoo gehen. Die Nachfrage sei groß. "Früher war der Karakal in vielen Zoos weit verbreitet. Heutzutage ist da eher seltener geworden."