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Niedersachsen & Bremen 9-Euro-Ticket für Nahverkehr lässt Fragen offen

Ein doppelstöckiger Regionalzug der Deutschen Bahn fährt durch einen Bahnhof.

(Foto: Jonas Walzberg/dpa/Symbolbild)

Für Bus- und Bahnfahrer wird die Nutzung des Nahverkehrs zeitweise deutlich günstiger - drei Monate lang soll ein Monatsticket nur neun Euro kosten. Allerdings sind noch einige Details zu klären.

Hannover/Bremen (dpa/lni) - Die Ankündigung der Bundesregierung, ein 9-Euro-Monatsticket für den Nahverkehr einzuführen, stößt in Hannover und Bremen auf ein positives Echo. Allerdings sehen die Region Hannover als Träger des Verkehrsverbunds GVH und der Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen (VBN) noch eine Reihe offener Fragen.

Regionspräsident Steffen Krach erklärte, er begrüße das 9-Euro-Ticket sehr. "Für mich stellt sich allerdings die Frage, was danach kommt. Wenn wir wirklich eine Mobilitätswende schaffen wollen, brauchen wir dauerhaft einen günstigen ÖPNV. Und dafür muss auch langfristig Geld zur Verfügung stehen", sagte der SPD-Politiker. Krach verwies auch auf Pläne der Region Hannover, ein 365-Euro-Jahresticket einzuführen.

VBN-Geschäftsführer Rainer Counen sagte, er sehe das Ticket als Entlastungsmaßnahme und als Anreiz, Bus und Bahn zu nutzen, positiv. Allerdings fehlten noch Informationen zur Umsetzung. Eine Steigerung der Fahrgastzahlen durch das Ticket bezeichnete er als wünschenswert, jedoch gebe es auch gegenläufige Effekte - insbesondere durch Corona: "Hohe Inzidenzen stehen der Nutzung von Bussen und Bahnen immer noch im Wege, durch mobiles Arbeiten sind Fahrtanlässe weggefallen" - auf der anderen Seite könnten die hohen Preise für Benzin und Diesel zu einer höheren Nutzung des Nahverkehrs führen. "Daher ist es im Moment schwierig zu beurteilen, wie sich das Nutzerverhalten entwickelt."

Sowohl Krach als auch Counen sprachen sich zudem dafür aus, dass von der Vergünstigung auch Bestandskunden profitieren sollen. Dazu könnten bestehende Abos um drei Monate verlängert oder Differenzbeträge ausgezahlt werden, schlug Regionspräsident Krach vor. VBN-Geschäftsführer Counen betonte, eine Berücksichtigung der Bestandskunden sei umsetzbar, weil es in der Regel automatisierte Rechnungsläufe gebe, die angepasst werden können.

Die Bundesregierung hatte das auf drei Monate befristete 9-Euro-Monatsticket überraschend als Entlastungsmaßnahme angesichts hoher Energiepreise angekündigt. Die Verkehrsministerkonferenz schlug am Freitag dagegen einen Nulltarif vor, weil das den Aufwand für die Verkehrsverbünde niedriger halten würde. Diese Empfehlung solle in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe geprüft werden, sagte Bremens Senatorin für Mobilität, Maike Schaefer (Grüne).

Quelle: dpa

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