Niedersachsen & BremenBahn, Schulen, Müll: Winter sorgt für Ausfälle im Nordwesten

Winterliche Straßenverhältnisse in Niedersachsen führen zu Unfällen und bremsen die Bahn und Müllabfuhr. Zum Schulstart gibt es in einem Kreis Unterrichts-Ausfälle - wie geht es weiter?
Hannover/Bremen (dpa/lni) - Der Wintereinbruch sorgt in Niedersachsen für Behinderungen und Ausfälle. Es gab Unfälle und Einschränkungen im Bahnverkehr. Teilweise bleibt Müll liegen und Unterricht fällt aus.
Beeinträchtigungen bei der Bahn
Die Deutsche Bahn warnt auf ihrer Internetseite, dass es wegen der Witterungsbedingungen wohl bis zum Freitag (9. Januar) zu Verspätungen und (Teil-)Ausfällen im Regionalverkehr in Niedersachsen und Bremen kommen könne. Probleme gibt es laut einer Sprecherin vor allem an den Weichen. "Bei Einschränkungen im Zugverkehr in den vergangenen Tagen waren im Norden vor allem eingeschneite oder vereiste Weichen ursächlich."
Bei Extremfrost oder starken Schneeverwehungen kämen auch vorhandene Weichenheizungen an ihre Grenzen, so die Sprecherin. Dann müssten Räumkräfte ausrücken und die Strecke per Hand wieder freimachen. In Niedersachsen habe es zeitweise Beeinträchtigungen im Raum Braunschweig/Hannover gegeben. "Aktuell haben wir derzeit im Norden trotz des frostigen Wetters keine größeren Einschränkungen mehr", so die Sprecherin am späten Nachmittag.
Schulausfälle in Helmstedt und Northeim
Im Landkreis Helmstedt fiel am Dienstag in allen allgemeinbildenden Schulen der Unterricht aus. Zuvor war der Busverkehr aufgrund der Wetterlage eingestellt worden. Einige der ersten Busse waren nach Angaben des Landkreises am frühen Morgen wegen Straßenglätte liegen geblieben. Für Mittwoch sei aber bisher regulärer Unterricht vorgesehen, hieß es weiter.
In Northeim dagegen fällt am Mittwoch an einem Gymnasium teilweise der Unterricht aus - damit die Schüler nicht frieren müssen. An der Schule gibt es einen Heizungsschaden, wie der Landkreis mitteilte. Betroffen sind demnach die Klassen 5 bis 10. Den Angaben nach können nur einige Gebäudeteile mit Wärme versorgt werden. Wann der Heizungsschaden behoben sein wird und ob es eine Notbetreuung für die Schüler gibt, war zunächst nicht bekannt.
Eis und Schnee verzögern Abholung von Mülltonnen
Im Landkreisen Hameln-Pyrmont behindert das Winterwetter die Müllabfuhr. Durch Eis und Schnee komme es im gesamten Abfuhrbereich derzeit zu zeitlichen Verzögerungen bei der Müllabfuhr, teilte die Kreis-Abfallwirtschaft (KAW) des Landkreises mit. Vereinzelt könne es sogar vorkommen, dass die Abfuhr wegen unbefahrbarer Straßen ganz ausfalle. Nicht abgeholter Abfall werde dann bei der nächsten regulären Leerung mitgenommen.
Auch im Landkreis Gifhorn kommt es zu Einschränkungen bei der Müllabfuhr. "Nicht geräumte oder vereiste Straßen können aus Sicherheitsgründen gegebenenfalls nicht befahren werden, sodass Abfallbehälter nicht geleert werden können", teilte die Kreisverwaltung mit. Liegengebliebener Abfall soll auch dort beim regulären Müllabfuhrtermin eingesammelt werden.
Gegen Bäume geprallt: Zwei tödliche Unfälle
Schnee und Eis behindern auch den Straßenverkehr. Bei einem Unfall auf dem Westschnellweg in Hannover kam ein 37 Jahre alter Autofahrer ums Leben. Eine 29-jährige Frau und ein weiterer Mann, dessen Alter auf Mitte 50 geschätzt wurde, hätten schwere Verletzungen erlitten, sagte ein Feuerwehrsprecher. Beide kamen ins Krankenhaus, der Mann war nicht ansprechbar. Der Wagen prallte im Stadtteil Stöcken aus noch ungeklärter Ursache gegen einen Baum, die drei Insassen wurden eingeklemmt.
Am Montag gab es einen tödlichen Unfall bei winterlicher Witterung auf der B1 bei Braunschweig: Ein Autofahrer kam in einer leichten Linkskurve von der Fahrbahn ab, auch sein Wagen prallte gegen einen Baum, wie es hieß. Einsatzkräfte befreiten den eingeklemmten Fahrer. Rettungsversuche blieben erfolglos, sodass der Mann noch an der Unfallstelle starb.
Die Polizei in Oldenburg meldete einen Unfall vom Montag, bei dem ein 28-jähriger Autofahrer mit Sommerreifen am Wagen ins Rutschen kam. Durch die Kollision mit dem Auto eines 59-Jährigen sei ein Schaden von etwa 25.000 Euro entstanden. Gegen den Unfallverursacher wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Oldenburg sperrt vorsorglich zwei Sporthallen
Angesichts der Schneelast auf den Dächern hat die Stadt Oldenburg zwei Schulsporthallen gesperrt. Es handele sich um eine vorsorgliche Maßnahme, teilte die Verwaltung mit. Für die Hallen der Grundschule Wallschule und der Grundschule Kreyenbrück raten Statiker demnach zur Sperrung, wenn über einen längeren Zeitraum eine dichte Schneedecke auf den Dächern lastet. Die Schneemenge sei zwar derzeit nicht kritisch, es werde aber mit weiteren Niederschlägen gerechnet, begründete die Verwaltung den Schritt.
Die Stadt Wilhelmshaven rechnet in den kommenden Tagen mit Problemen im Verkehr. "Der Blick in den Wetterbericht lässt für die kommenden Tage weiteren Schneefall sowie zum Beginn der neuen Woche auch Eisglätte erwarten", teilte die Stadtverwaltung mit. Vor allem bei starken Schneefällen könne es zu Einschränkungen im Straßenverkehr und damit auch im Busverkehr kommen. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Busverkehr dann ganz oder in Teilen vorübergehend eingestellt werde. Das könnte dann auch Folgen für den Schulbetrieb haben, hieß es.
Weiter winterliches Wetter
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sorgen polare Luft und ein Tiefdruckeinfluss in Niedersachsen und Bremen für das winterliche Wetter. Für Mittwoch wird von Westen her Schneefall erwartet, der sich ausbreitet, im Westen besteht teils Gefahr von Schneeverwehungen. Die Höchstwerte sollen zwischen minus zwei Grad im Raum Göttingen und plus zwei Grad auf den Inseln und im Emsland liegen.
An der See wird mit starkem und in Böen stürmischem Wind aus südlichen Richtungen gerechnet. Auch für Donnerstag und Freitag wird Schneefall im Nordwesten erwartet.
Neuschnee und Sturm ab Freitag
Wetterexperte Frank Böttcher rechnet ab Freitag mit kräftigem Schneefall und Sturm im Norden. Beginnend im Emsland am Donnerstagabend kommt dann neuer, kräftiger Schneefall im ganzen Norden an, sagte er dem NDR. "Der zieht in der Nacht zu Freitag Richtung Osten, am Freitagmorgen gibt es intensive Schneefälle in Hannover und Hamburg", sagte er dem Sender.
Im Flachland seien zwischen 15 bis 20 Zentimeter Neuschnee möglich - zusätzlich zu dem Schnee, der bereits liegt. Im Weserbergland und im Harz auch noch deutlich mehr.