Niedersachsen & BremenBehörde warnt Banken vor Datenschutzverstößen bei Werbung
Hannover (dpa/lni) - Die niedersächsische Datenschutzbeauftragte Barbara Thiel hat Banken vor der Anwendung sogenannter Smart-Data-Verfahren bei der Werbung gewarnt. Dabei werden der Behörde zufolge Zahlungsverkehrsdaten der Kundinnen und Kunden analysiert, teils würden auch Daten über ihr Wohnumfeld von externen Dienstleistern hinzugezogen. Als Ergebnis bekommen die Kunden ein auf sie zugeschnittenes Angebot, etwa einen Immobilienkredit, eine Kreditkarte oder einen Wertpapier-Sparplan.
Thiel sagte am Donnerstag: "Zahlungsverkehrsdaten sind sehr sensibel, weil sie Informationen über das Konsumverhalten, Beziehungen zu anderen Menschen, die wirtschaftliche Lage und persönliche Vorlieben enthalten." Es müsse daher sichergestellt sein, dass die betroffenen Personen die Kontrolle über die Verarbeitung dieser Daten ausüben könnten. Sie habe sich dazu entschieden, Warnungen auszusprechen, um die Banken davon abzuhalten, schwerwiegende Verstöße gegen das Datenschutzrecht zu begehen. Thiel ergänzte: "Ich werde auch Vor-Ort-Kontrollen durchführen, um zu überprüfen, ob die Banken die Verfahren trotz der Warnung einführen."
Die Behörde hat nach eigenen Angaben bereits eine genossenschaftliche Bank überprüft, die als Pilotbank die Smart-Data-Verfahren testet. Die Überprüfung sei zwar noch nicht abgeschlossen, jedoch hätten die bislang erlangten Erkenntnisse die Landesdatenschutzbeauftragte dazu veranlasst, Warnungen vor der Anwendung solcher Verfahren an die anderen 89 genossenschaftlichen Banken in Niedersachsen zu versenden.