Niedersachsen & BremenGrundwasser in Niedersachsen wird vielerorts knapp

An 13 Messstellen ist das Grundwasser so niedrig wie nie zuvor. Der Umweltminister spricht bereits von einer Krise. Ein neuer "Masterplan" soll helfen – auch gegen zu viel Wasser.
Hannover (dpa/lni) - In großen Teilen Niedersachsens sind die Grundwasserstände derzeit deutlich niedriger als üblich. Darauf hat Umweltminister Christian Meyer (Grüne) bei der Vorstellung eines "Masterplans Wasser" hingewiesen, mit dem das Land sowohl einem Wassermangel als auch Hochwasserrisiken und Verunreinigungen des Wassers entgegenwirken will.
Der Grundwasserstand wird dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zufolge derzeit an etwa jeder zweiten der 161 Messstellen im Land als "sehr niedrig" eingestuft, an 13 Messstellen ist er sogar so niedrig wie nie zuvor. "Wir merken, dass die Klimakrise in voller Geschwindigkeit einbricht. Das führt auch zu einer Wasserkrise", sagte Meyer.
Im Vergleich zum Ende des 19. Jahrhunderts sei es in Niedersachsen im Jahresmittel bereits um 2,4 Grad wärmer geworden. Dadurch verdunste mehr Wasser, was wiederum zu häufigerem Starkregen führe, wie zu Wochenbeginn unter anderem in Hannover. "Auch solche Wetterextreme nehmen zu", sagte der Minister. Im Juni wurden laut Ministerium an 48 von 49 Messstationen im Land neue Temperaturhöchstwerte für den Monat verzeichnet.
120 Millionen Euro für Klimainvestitionen der Kommunen
Der "Masterplan Wasser" soll das Wassermanagement daher nachhaltiger gestalten. Dazu gehören eine Stärkung des Hochwasser- und Küstenschutzes, die Begrünung von Flächen als natürliche Wasserspeicher, der Schutz von Gewässern vor Nähr- und Schadstoffen sowie Klimaschutzmaßnahmen wie etwa Wärme- und Kältekonzepte rund um Großwärmepumpen.
Auch die Kommunen sollen unbürokratisch profitieren. Geplant ist ein 120 Millionen Euro schweres Förderprogramm, bei dem die Kommunen selbst entscheiden können, in welche Maßnahmen zum Hochwasser- oder Hitzeschutz sie investieren. 90 Millionen Euro kommen dabei vom Bund.
"Unsere wichtigste Lebensgrundlage ist durch die Klimakrise stärker unter Druck als je zuvor", sagte Meyer. Die geplanten Maßnahmen sorgten aber dafür, dass die Menschen weiter zuverlässig mit Wasser versorgt würden.