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Niedersachsen & BremenHöhere Containerbrücken: JadeWeserPort rüstet für Pötte

26.08.2023, 08:39 Uhr
Das-Containerschiff-Morten-Maersk-der-daenischen-Reederei-Maersk-Line-liegt-an-einer-Kaimauer-am-Containerterminal-JadeWeserPort
(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Arc)

Containerschiffe auf den Weltmeeren werden immer größer. Mehr als 20 000 Container können die größten Giganten mittlerweile transportieren. Um solche Mega-Pötte auch abfertigen zu können, investiert der Terminalbetreiber Eurogate in Wilhelmshaven.

Wilhelmshaven (dpa/lni) - Um immer größer werdende Containerschiffe abfertigen zu können, investiert der Terminalbetreiber Eurogate in die Infrastruktur von Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen, dem JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Zurzeit werden die bestehenden acht Containerbrücken erhöht. Zwei weitere neue Brücken sollen noch bis Ende 2023 aufgebaut und im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden, wie ein Sprecher von Eurogate auf Anfrage sagte. Durch den Ausbau soll der Containerumschlag künftig auch automatisierter ablaufen. Insgesamt investiert Eurogate seit 2022 für die Ertüchtigung nach eigenen Angaben rund 150 Millionen Euro.

"Die Brückenerhöhung ist in vollem Gange", sagte der Sprecher. Sechs der bestehenden acht Brücken seien bereits um elf Meter erhöht worden. Die Erhöhung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die beiden neuen Brücken, die eine Gesamthöhe von 98 Metern haben sollen, seien in Einzelteilen geliefert worden. Diese würden nun aufgebaut, an die Kaikante geschoben, getestet und im Frühjahr 2024 in Betrieb genommen.

Der Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur ist laut Eurogate notwendig, um dem Größenwachstum der Containerschiffe auf Terminalseite zu entsprechen. Vor der Erhöhung waren die Containerbrücken in Wilhelmshaven demnach bislang nicht dafür ausgelegt, auch die größten Containerschiffe beladen mit rund 24.000 Standardcontainern (TEU) abzufertigen. Denn bei gleichbleibender Länge und Breite der Containerschiffe muss höher gestapelt werden, um mehr Container transportieren zu können.

Noch habe kein Containerschiff der Größenklasse mit rund 24.000 Standardcontainern den Tiefwasserhafen angelaufen, sagte der Eurogate-Sprecher. "Wir gehen aber davon aus, dass das kommen wird. Darum bereiten wir uns darauf vor."

Zuletzt war etwa Mitte Juli in Bremerhaven eines der größten Containerschiffe der Welt getauft worden. Der in China gebaute rund 400 Meter lange Megafrachter "MSC Michel Cappellini" kann laut der Reederei MSC maximal 24 346 Standardcontainer transportieren.

Die beiden größten deutschen Containerhäfen in Hamburg und Bremerhaven stehen in harter Konkurrenz mit den Häfen Rotterdam und Antwerpen. Sie haben aber den Nachteil, dass große Containerschiffe sie über Weser und Elbe nicht voll beladen erreichen können. Einzig Wilhelmshaven kann unabhängig von Ebbe und Flut jederzeit von Schiffen mit bis zu 16,5 Metern Tiefgang angelaufen werden.

Allerdings liegt die Auslastung des JadeWeserPorts auch rund elf Jahre nach seinem Start noch immer deutlich unter den Erwartungen. Jährlich könnte der Hafen 2,7 Millionen Standardcontainer umschlagen. Im vergangenen Jahr sank der Containerumschlag in Wilhelmshaven etwa - um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 683.400 Standardcontainer. Allerdings verzeichneten auch die anderen auf Container spezialisierten Häfen in Hamburg und Bremen zuletzt Rückgänge. Zuvor hatte Wilhelmshaven 2021 mit 713.000 umgeschlagenen Standardcontainern einen Höchstwert erreicht.

Quelle: dpa

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