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Niedersachsen & BremenInventur im Aquarium: Wie zählt man flinke Fische?

07.01.2026, 16:57 Uhr
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Wie zählt man Hunderte Fische, die ständig die Richtung wechseln? Abhilfe schaffen Fotos, Geduld und manchmal Futtertricks. Eine Meeresbiologin verrät mehr.

Hannover (dpa/lni) - In der Inventur zählen die Mitarbeiter des Sea Life Hannover jedes Jahr ihre Tiere. Doch wie zählt man eigentlich Hunderte Fische in einem riesigen Aquarium, wenn keiner davon stillhält? Und gerne auch mal die Schwimmrichtung wechselt?

Die großen Fische sind ein Klacks ‒ aber die kleinen?

Das Zählen brauche viel Geduld, sagt Meeresbiologin Lisa Winkelgrund. Die 32-jährige Aquaristin pflegt die vielfältigen Wasserlebewesen in den Aquarien und Unterwasserwelten. Im Lagunenbecken gehen die Mitarbeiter etwa zu unterschiedlichen Zeiten schauen und zählen. Die großen Fische seien meist einfacher zu zählen als die kleinen ‒ logisch.

Bei Becken mit sehr vielen Fischen ‒ wie dem Schwarmtank mit den geselligen und in großen Schwärmen lebenden Silberflossenblättern ‒ mache das Team hingegen verschiedene Fotos vom Becken. Das sei nötig, "weil die einfach so schnell sind, dass wir sonst gar keine Chance haben". Auf den Fotos zählen dann mehrere Kollegen die Tiere, und aus allen Ergebnissen bilden sie den Mittelwert.

Viele Besucher können die Tiere verschrecken

Winkelgrund erklärt: "Je nach Becken und je nach Tier können wir davon ausgehen, dass wir öfter zählen müssen, weil nicht alle Tiere immer zur gleichen Zeit da sind." Vor allem die kleinsten Fische trauen sich laut Winkelgrund nur aus ihrem Versteck, wenn man sie füttert.

Auch sei wichtig, wie viele Besucher vor Ort sind. Deshalb sei es so entscheidend, zu unterschiedlichen Zeitpunkten an unterschiedlichen Tagen zu zählen.

Die Inventur dauert den ganzen Januar

Bei der Inventur gebe es in der Regel keine Überraschungen, weil das Team jeden Tag die Becken kontrolliere. Dennoch sei sie nötig, um offizielle Zahlen an die Behörden weiterzugeben. Der Vorgang dauere den ganzen Januar.

Wichtig für die Fische sei besonders die Qualität von Wasser und Nahrung: Sauerstoffgehalt, Salzgehalt, Temperatur. Vor allem die tropischen Fische seien bei der Temperatur empfindlich.

Kubakrokodil Marie ist das größte Tier

Im Sea Life Hannover leben nach eigenen Angaben rund 2.500 Tiere, verteilt über 160 Arten in etwa 40 Aquarien. Das größte Tier dort ist demnach ein Kubakrokodil namens Marie mit einer Gesamtlänge von etwa 2,30 Metern.

Quelle: dpa

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