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Niedersachsen & BremenEin Jahr danach – wie Weil heute auf seinen Rückzug blickt

31.03.2026, 05:31 Uhr
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Hinterbänkler und Podcaster statt Regierungschef: Stephan Weil ist nach seinem vorzeitigen Ausscheiden vor einem Jahr in neuen Rollen unterwegs. Nachfolger Lies stellt er ein gutes Zeugnis aus.

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens langjähriger Ministerpräsident Stephan Weil ist zufrieden mit seiner Amtsübergabe an Olaf Lies vor einem Jahr. Am 1. April 2025 hatte Weil ankündigt, sich sowohl als Regierungschef als auch als SPD-Landeschef vorzeitig zurückzuziehen.

"Ich freue mich darüber, dass die Amtsübergabe an Olaf Lies völlig reibungslos gelungen ist und die Landesregierung nach meinem Eindruck unter seiner Leitung gut unterwegs ist", sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur.

Der 67-Jährige räumt seinen Sozialdemokraten auch gute Chancen auf eine Wiederwahl bei der Landtagswahl 2027 ein: "Es sind schwierige Zeiten – im Allgemeinen und für die SPD im Besonderen. Olaf Lies und sein Team haben dennoch aufgrund ihrer Arbeit und des bürgernahen Auftretens gute Aussichten, bei den nächsten Landtagswahlen bestätigt zu werden."

Umfragen sehen Kopf-an-Kopf-Rennen von SPD und CDU

In Umfragen lag die SPD in Niedersachsen zuletzt knapp hinter oder gleichauf mit der CDU von Oppositionsführer Sebastian Lechner. Allerdings hat Lies als jahrelanges Regierungsmitglied deutlich höhere Bekanntheitswerte als Lechner.

Ein Urteil über Lies trauen sich viele Niedersachsen indes noch nicht zu. In einer Allensbach-Umfrage für die Drei Quellen-Mediengruppe zu Jahresbeginn gaben 24 Prozent an, Lies für einen guten Weil-Nachfolger zu halten, 16 Prozent äußerten sich kritisch – und ganze 60 Prozent machten keine Angabe.

Die CDU hatte Weil nach dessen Rückzug einen Wortbruch und ein taktisches Manöver vorgeworfen, nachdem dieser über Jahre beteuert hatte, er bleibe bis zur nächsten Wahl im Amt, sofern seine Gesundheit es zulasse. Weil wies diesen Vorwurf bei seinem Rückzug zurück – räumte aber ein, dass auch das schlechte Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl 2025 eine Rolle gespielt habe.

Es sei falsch, weiterzumachen, habe er erkannt. "Das ist nicht gut für mich, das ist nicht gut für das Land und für die SPD übrigens auch nicht", sagte Weil damals.

Politik zum Hören: Weil ist jetzt Podcaster

Sein Landtagsmandat für den Wahlkreis Hannover-Buchholz hat Weil unterdessen behalten und will es, als Hinterbänkler, auch bis zur Niedersachsen-Wahl 2027 weiter führen. "Dann ist allerdings tatsächlich Schluss", sagte er im Dezember.

Vor wenigen Wochen hatte Weil zudem zusammen mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Willeke den Podcast "...und jetzt?" ins Leben gerufen. Erste Gäste waren Verteidigungsminister Boris Pistorius, der unter Weil lange Innenminister in Niedersachsen war, und der Soziologe Steffen Mau.

"Ein Podcast bietet die Chance, mit relativ einfachen Mitteln erstaunlich viele Menschen für politische Themen zu erreichen", sagte Weil. "Für mich ist das eine ganz neue Erfahrung, die mir großen Spaß macht. Natürlich bin ich kein politisches Neutrum, aber es geht nicht in erster Linie um mich. Christoph Willeke und ich wollen mit interessanten Gästen ein Diskussionsforum anbieten, das durch gute Gespräche überzeugt und für Politik und Demokratie wirbt."

Die "Braunschweiger Zeitung" kritisierte nach der ersten Folge aber: "Es fehlt an Würze, an temperamentvoller Argumentation mit- und gegeneinander."

Nur einer war länger im Amt als Weil

Weil war von Februar 2013 bis März 2025 Ministerpräsident. Eine längere Amtszeit gelang in Niedersachsen nur einem: Ernst Albrecht. Der CDU-Politiker und Vater von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war 14 Jahre lang Regierungschef.

Quelle: dpa

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