Niedersachsen & BremenOstfriesische Inseln wollen bei Fachkräftesuche kooperieren

Zwei Mal im Jahr kommen Vertreter der Ostfriesischen Inseln zusammen. Vor allem der Mangel an Fachkräften bereitet den Rathauschefs zurzeit Sorgen. Helfen soll auch ein Forschungsprojekt.
Baltrum (dpa/lni) - Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, wollen sich die Ostfriesischen Inseln untereinander enger vernetzen. "Wir haben alle das große Problem, Fachkräfte zu bekommen", sagte Baltrums Inselbürgermeister Harm Olchers (parteilos). Das gelte nicht nur für die Betriebe, sondern auch für die Verwaltungen in den Inselrathäusern. "Die geburtenstarken Jahrgänge, die gehen nun alle nach und nach in Rente und somit hat man da nun ein ganz großes Loch zu stopfen", sagte der Bürgermeister der kleinsten ostfriesischen Insel.
Bei der Vernetzung helfen soll auch das Forschungsprojekt "Jobs on Islands" der Jade-Hochschule Wilhelmshaven. Auf allen Inseln fanden dafür zuletzt Workshops mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern statt, um Handlungsempfehlungen gegen den Fachkräftemangel zu entwickeln. Die Auswertung dafür läuft noch.
Ideal wäre es, so Olchers, wenn auf Dauer ein Netzwerk entstehe, in dem freie Stellen über alle Inseln hinweg angeboten würden. Wenn beispielsweise eine Erzieherin eine freie Stelle auf einer Insel nicht finde, könnte sie dann automatisch von anderen Inseln mit passenden, freien Stellen angeworben werden.
Die Bürgermeister und die Verantwortlichen der Kurverwaltungen der sieben Ostfriesischen Inseln hatten sich Anfang der Woche zu ihrem jährlichen Austausch auf Baltrum getroffen - zum ersten Mal seit der Pandemie wieder in Präsenz. Sie tauschten sich auch zum knappen Wohnraum, den größer werdenden Müllmengen und dem Katastrophenschutz auf den Inseln aus.