Niedersachsen & BremenUmfrage: So viele Niedersachsen nutzen im Alltag E-Autos

Beim Umstieg auf die E-Mobilität sind viele Verbraucher in Niedersachsen skeptisch. Eine neue Erhebung zeigt Gründe, warum viele noch zögern.
Oldenburg (dpa/lni) - Viele Niedersachsen machen einer Umfrage zufolge noch einen großen Bogen um die Elektromobilität. Nur zwei von zehn Niedersachsen (20 Prozent) nutzen E-Autos überwiegend oder gelegentlich in ihrem Alltag, wie aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Oldenburger Energieunternehmens EWE hervorgeht.
Von der Mehrheit der Befragten, die bislang keine E-Fahrzeuge nutzt, geben 19 Prozent an, einen Umstieg in den nächsten zwei bis drei Jahren zu planen. 24 Prozent sagen, sie seien grundsätzlich an Elektromobilität interessiert. Für etwas mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) ist Elektromobilität dagegen nach eigener Aussage nicht relevant.
Für die von Statista durchgeführte repräsentative Umfrage wurden zwischen dem 7. und 22. Januar insgesamt 1.000 Menschen in Deutschland online befragt – darunter 500 Niedersachsen für landeseigene Werte.
Wo die Niedersachsen Nachholbedarf sehen
Ilker Akkaya, Geschäftsführer der EWE-Mobilitätstochter EWE Go, ist überzeugt, dass die E-Mobilität dennoch stärker in der breiten Masse ankomme. Wichtig sei dafür auch ein besseres Image. Zu lange sei über "Reichweiten-Angst" und eine fehlende Ladeinfrastruktur gesprochen worden, sagt Akkaya der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist heute aber kein Thema mehr, wir haben ein sehr engmaschiges Netz an öffentlicher Ladeinfrastruktur und die Akkus der E-Autos werden auch immer leistungsstärker."
Allerdings sehen viele Befragte gerade beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und den Preisen für E-Autos Nachholbedarf. Zu den wichtigsten Maßnahmen, damit die Verkehrswende gelingt, zählen die Niedersachsen der Umfrage zufolge den Ausbau des ÖPNV (36 Prozent), bessere Angebote und Preise für Elektrofahrzeuge (31 Prozent) und den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge (29 Prozent). Weniger häufig werden etwa autofreie Innenstädte (13 Prozent) oder Carsharing-Angebote (9 Prozent) als Maßnahmen genannt.
Wie es um die E-Mobilität bislang steht
Das Verkehrsministerium in Hannover teilt auf Anfrage mit, dass es aktuell rund 20.000 öffentliche Ladepunkte im Land gibt. Damit liege Niedersachsen im Bundesvergleich im oberen Feld. Landesweit waren im April 2026 laut Kraftfahrtbundesamt rund 250.600 batterieelektrische Fahrzeuge zugelassen. "Bei rund 8,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern entspricht dies etwa einem E-Fahrzeug pro 33 Einwohner", teilt das Ministerium weiter mit.
"Aus unserer Sicht ist der Hochlauf der Elektromobilität insgesamt auf einem guten Weg, auch wenn in Bereichen wie Ladeinfrastruktur und Stromnetzen weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht", teilt ein Sprecher von Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) mit. Den Ausbau der Ladeinfrastruktur, bessere Rahmenbedingungen für den Fahrzeugkauf und die Weiterentwicklung eines integrierten nachhaltigen Mobilitätssystems nennt das Verkehrsministerium als große Herausforderungen der E-Mobilität.