Niedersachsen & BremenVertiefung der Außenems – Behörde prüft weiter Einwendungen

Die Außenems soll einen Meter tiefer werden, damit etwa Frachter den Emder Hafen flexibler erreichen können. Zu dem Vorhaben gibt es aber viele Einwände, was das Genehmigungsverfahren komplex macht.
Emden (dpa/lni) - Für die geplante Vertiefung der Außenems prüft das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee weiter die 2024 bei der Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen. "Die circa 150 Einwendungen, die umfangreich und komplex sind, werden derzeit betrachtet und gründlich analysiert, was entsprechend zeitintensiv ist", teilt eine Sprecherin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt auf Anfrage mit. Ein Erörterungstermin, der der nächste Schritt in dem Verfahren wäre, stehe deshalb bislang nicht fest.
Wann es zu einer möglichen Genehmigung und damit zu ersten Baggerarbeiten in der Ems kommen könnte, ist nicht abzusehen. Die Vertiefung der Außenems ist seit Jahren in Planung. Das Vorhaben kommt aber nur langsam voran.
Was zurzeit noch geprüft wird
Zwischenzeitlich musste immer wieder an den rund 6.000 Seiten Unterlagen für das Verfahren gearbeitet werden. Die Erstellung der Daten für das aktuelle Verfahren hatte 2019 begonnen. Die Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung, ein Teil des Planfeststellungsverfahrens, fand im April und Mai 2024 statt.
Der Ausbau eines Tideflusses wie die Außenems habe wegen Wasserständen, Salzgehalten und Strömungsgeschwindigkeiten weitreichende Auswirkungen auf Umwelt und Natur, teilte die Generaldirektion weiter mit. Ein Tidefluss bezeichnet einen Flussabschnitt, der von den Gezeiten Ebbe und Flut beeinflusst wird.
"Schwerpunkte der aktuellen Bearbeitung liegen in der Sicherstellung der vorgesehenen Maßnahmen zur Vermeidung negativer Auswirkungen auf die Unterems sowie bei der Frage der Unterbringung des Baggergutes und daran anknüpfend beim Sedimentationsverhalten des verbrachten Materials in der Außenems", teilte die Behörde weiter mit.
Warum die Außenems vertieft werden soll
In der Außenems, der trichterförmigen Flussmündung zur Nordsee, soll die Fahrrinne auf einer Strecke von knapp 13 Kilometern bis zum Emder Hafen um einen Meter vertieft werden. Das Land Niedersachsen will so die Erreichbarkeit des Hafens und die damit verbundenen Arbeitsplätze sichern.
Umweltschutzverbände aus Deutschland und den Niederlanden zeigten sich zuletzt besorgt. Sie erwarten, dass sich durch eine weitere Vertiefung der ökologische Zustand des Flusses verschlechtern wird. Die Ems leidet seit Jahrzehnten unter einer starken Verschlickung und Sauerstoffmangel.